Montag, 25. Mai 2009

Brandberg Restcamp Uis (Namibia) 25.05.2009

Lang ist's her seid ihr etwas neues über unsere Transafrika lesen konntet. Nun, endlich, nach 5 Ländern ist es so weit...

 

Letztes mal habt ihr uns bis Yaoundé verfolgt wo wir wieder einmal auf Visashoppingtour mussten. Die beiden fehlenden Visas für Gabon und DRC hätten wir innerhalb einer Woche haben sollen. Leider hatten wir völlig vergessen, dass Ostern war und so deponierten wir unsere Pässe bei der Gabonotbschaft im wissen, dass es wohl etwas länger dauern würde. Doch mit dem, was schlussedlich mit unseren Pässen geschah hatte keiner von uns gerechnet. Als wir am Dienstag bei der Gabonbotschaft erschienen, natürlich schon früh Morgens, um unsere Pässe inklusive Visa abzuholen, teile uns der freundliche Botschafteingangsbeamte mit, dass unsere Pässe noch nicht fertig seien. Wir sollen um vierzehn Uhr nochmal kommen, dann sei alles bereit. Die Wartezeit liessen wir, richtig schweizerisch, nicht ungenutzt. So machten wir uns auf den Weg zur 500 Meter entfernten DRC-Botschaft um die Formulare für die Visabeantragung zu beantragen. Hier wollte uns der freundliche Botschafteingangsbeamte der DRC zuerst nicht einlassen weil wir uns nicht ausweisen konnten. Nach gutem Zureden liess sich der alte Herr erweichen und liess uns ein. Als glückliche Besitzer der Formulare und gestärkt mit einer kühlen Cola machten wir uns auf den Weg zurück zu den Gabonesen. Hier erklärte man uns, wir sollen uns noch einen Moment gedulden und bitte draussen Platz nehmen (auf offener Strasse in praller Sonne). Was wir artig ohne zu murren taten. Sehr langsam verstrichen die Stunden, auf mehrmaliges Fragen nach den Pässen erhielten wir stets die Antwort, Geduld, es sei gleich soweit. Als es langsam dunkel wurde, wurden wir nach Hause geschickt, mit dem Versprechen morgen früh seien die Visas fertig. Enttäuscht zogen wir ab, hatten jedoch immer noch die Hoffnung, bis zum Freitag beide Visas zu haben, denn ein DRC-Visum wird in Yaoundé innerhalb von 72 Stunden ausgestellt. Tags darauf fanden wir uns abermals in der Früh vor der Botschaft ein. Wieder nahmen wir artig Platz auf der Bank am Strassenrand und warteten. Und warteten. Und warteten...

Wie tags zuvor erhielten wir stets die Aufforderung uns noch etwas zu gedulden. Die Zeit nutzten wir um die Antragsformulare der DRC auszufüllen und Kopien zu machen. Als es 19 Uhr war, schickte man uns nach Hause. Jedoch nicht ohne das Versprechen, Morgen sei es garantiert soweit.

Der dritten Tag vor der blöden Botschaft verlief ganz genau nach dem selben Schema. Mit dem Unterschied, dass uns der Botschafteingangsbeamte kurz vor 16 Uhr seine Telefonnummer gab. Er erklärte uns wir, sollen ihn nach 18 Uhr anrufen und fragen ob die Pässe bereit sind. Wir nutzten den angebrochenen Abend und gingen auf einen Drink in eine kleine afrikanische Bar. Dort lernten wir Mike und Jean-René kennen. Eine elsässisch-holländisches Paar, die seit einem halben Jahr in Kamerun waren. Die beiden waren mitten in den Vorbereitungen eine Krokodilfarm im tiefsten Congo aufzubauen. Mit ihnen verbrachen wir einen lustigen, spannenden Abend. Vergassen jedoch nicht, den Gabonesen anzurufen und nach unseren Pässen zu fragen. Mit einer mündlichen hunderprozentigen Garantie morgen unsere Pässe zu erhalten machten wir uns müde auf den Weg zurück zur Mission.

So brach der vierte Morgen an, nach dem Frühstück entschieden wir uns sicherheitshalber den freundlichen Botschafteingangsbeamten nochmals anzurufen. Nachdem dieser uns wieder auf den fogenden Tag vertrösten wollte, haute es Flo schliesslich den Nuggi raus. Wir gingen schnurschtraks zur schweizer Botschaft. Auch die wollten am Eingang, dass wir uns ausweisen. Nach kurzer Erklärung warum dass nicht möglich sei, liessen sie uns ein. Die Frau Botschafterin kam uns Persönlich begrüssen. Nachdem sie unsere Geschichte hörte, versuchte sie die Gabonesen anzurufen. Ohne Erfolg. Kurzentschlossen packte sie uns in ihr Botschaftsmobil mit privatem Fahrer. Mit Pomp fuhren wir direkt in die Gabonbotschaft rein. Ohne auf den protestierenden Botschafteingangsbeamten zu achten, marschierte Frau Konsul CH zu Frau Konsul Gabon. Fünf Minuten später waren wir im glücklichen Wiederbesitz unserer Pässe inklusive Visa.

Gleichen Tags gaben wir unsere Pässe mit einem mulmigen Gefühl auf die DRC-Botschaft. Später trafen wir uns mit Mike uns J.R für einen Ausflug auf den Mount Febe. Ausgiebig genossen wir den Ausblick über die Stadt Yaoundé.

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Am Abend, Flo und J.R waren müde und blieben zu Hause, wollten Harm, Mike und Sarah auf Hosen suche für Harm gehen. In einer Bar warteten wir auf den Strassenverkäufer. Allerdings war gerade sein Freitag und er erschien nicht. So wurde es dunkel und wir waren immer noch ohne Erfolg. Unterdessen begann sich Flo langsam Sorgen zu machen. Wir jedoch, nichts ahnend, trafen noch einen Freund von Mike und verquatschten uns in einer anderen Bar. Viel zu spät gingen wir zurück zur Mission. Kein Flo da, jetzt bekam auch Sarah Schiss. Harm fand schliesslich ein Zettel auf dem stand, dass Flo sich solche Sorgen machte, dass er uns suchen ging. Er fuhr mit einem Taxi zu J.R., was gar nicht so einfach war, da er die Adresse nicht hatte. Zusammen fuhren sie zur Polizei um nach drei Weissen zu fragen, die ohne Pässe unterwegs waren. Die freundlichen Beamten konnten ihnen nicht weiter helfen und sagten, dass man falls die drei Verschwundenen nicht bis 12 Uhr zurück seien, eine Vermisstenanzeige machen müsse. So gingen die beiden erst mal Znacht essen. Danach gingen sie zurück zur Mission um eine allfällige Rückkehr der Vermissten zu überprüfen. Und siehe da, sie waren zurück. Wütend stampfte Flo in die Garage. Nach einem Donnerwetter und einer Zigarette beruhigte sich die Situation langsam wieder und wir gingen schlafen.

Den folgenden Tag verbrachten wir mit Tchova flicken, was uns mit Glück nur 10`000 CFA statt 140`000 CFA gekostet hat. Dafür wurde die Arbeit an einer Tankstelle statt in der Toyotagarage gemacht.

Auch eine Pirogenfahrt mit einer ganzen Schar Freunden und Bekannten von Mike und J.R verkürzte uns die Wartezeit auf das DRC-Visum.IMGP1613 

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Beim Rumkurven in der Stadt, wars dann soweit!IMGP1628Tchova ist nun über 200'000 km jung!!!

 

Endlich, nach 2 Wochen in Yaoundé hatten wir all unsere Visa für die weiterreise beisammen. Leider blieb uns durch die ganze Gabonvisageschichte nicht mehr viel Zeit in Kamerun. Und so verabschiedeten wir uns eines Morgens von Harm und seinem Töff. Nicht jedoch, ohne abends zuvor von ihm (Harm, nicht dem Töff) bekocht zu werden.

IMGP1540 Harm am Werk

 

Die nächste Station unserer Reise war das nur wenige Kilometer entfernte Mbalmayo. Die kleine Stadt, wo Elisa im Alter von 24 Jahren Schule gab. Wir wollten hier den Spuren von Mama-Flo nachgehen und schauen ob noch etwas aus den alten Tagen übrig geblieben ist.

Von Elisa wussten wir lediglich den alten Namen der Schule. Das Lice mixte, welches heute Lice bilingue heist fanden wir schliesslich mit Hilfe eines Mopedtaxis.

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Lice_pano_1

Lice_pano_2(Liebe Elisa, deine Schule ist sehr gewachsen)

Bei der Schule angekommen fragten wir uns bis zum Rektor durch und erzählten ihm unsere Geschichte.

 IMGP1659 der Rektor Mr. Anoine Etoundi

im Rektorzimmer fanden wir auch den ersten Beweis, dass wir am richtigen Ort waren.

IMGP1634Eine Tafel, auf der steht, in welchem Jahr, wer Rektor war und wie die Schule damals hiess.

Obwohl Mr. Etoundi sehr viel zu tun hatte, er war gerade dabei die Schülerausweise von ca. 1000 Schülern zu unterschreiben. Half er uns bei den Nachforschungen. Leider fanden wir niemanden, der sich noch an Madamme Elisabeth erinnern konnte. Doch Monsieur Etoundi beauftragte seine Sekretärin im Archiv nach alten Dokumenten zu suchen, in welchen wir ev. eine Spur von Elisa finden könnten.

Das Archiv erwies sich eher als Gerümpelkammer. Zwischen alten Schulbänken und vergilbten Büchern waren jedoch auch alte Akten, teils in Schränken, teil auf dem Boden verstreut, zu finden.

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Archiv, Bibliothek und Gerümpelkammer

IMGP1640 Kamerunische Archivierungskunst in ihrer Vollendung

 

Irgendwann fanden wir dann ein altes, verstaubtes Notenbuch aus 1972. Die Spannung stieg ins unermessliche und schliesslich fanden wir eine wohlbekannte Unterschrift.

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Wirklich schade, dass wir niemanden gefunden haben, der sich noch an Elisa erinnern konnte. Doch es war ein sehr schönes Erlebniss, nach so langer Zeit, einen kleinen Fussabdruck von Mama inmitten Afrikas zu finden.

Die Nacht verbrachten wir ebenfalls in Mbalmayo in einer Katholischen Mission und fuhren am nächsten Tag weiter Richtung Gabon.

Mittlerweile machte uns der Regen etwas sorgen, denn es verging kein Tag, an dem es nicht mindesten einmal wie aus Kübeln regnete.

Bei einem kleinen Einkaufsstopp in Ebolowa fanden wir in einem Supermarkt folgendes (und dies ist kein Witz, oder aus dem Internet heruntergeladenes Foto ;o))

IMGP1662 IMGP1663

Man sollte diese Fotos für teures Geld an Migros verkaufen ;o)

 

Gabon 24. April 2009

Die Grenze Ambam-Eboro war langweilig, nichts los. Die Formalitäten waren bald erledigt, den Stempel in Pass jedoch gab's erst 30km nach der Grenze im nächsten Kaff. Da mussten wir erst mal auf den Beamten warten, da der Herr beim Mittagessen war. Nach einer Stunde war auch das erledigt und wir konnten legal weiter fahren.

In Oyem verbrachten wir eine Nacht, wieder in einer Mission. Duschen durften wir im Badezimmer eines Angestellten, der uns sogar heisses Wasser für die Eimerdusche gekocht hatte! Wenn da nicht das Wetter für eine unvergessliche Schüttelnacht gesorgt hätte, wäre dieser Aufenthalt nicht so speziell gewesen. Geregnet hat's wie aus Eimerduschen und dies horizontal. So gestürmt hat's, dass unser Bett im Zelt auf dem Dach vom Tchova so gerüttelt und geschüttelt wurde, dass wir uns fühlten wie in einer Waschmaschine. Allerdings blieben wir erstaundlicherweise fast komplett trocken.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Lambarene, wo Albert Schweizer sein Leprahospiz aufgebaut hatte. Auf einer wunderschönen Teerstrasse war es plötzlich soweit. Ein Schild am Strassenrand wies uns freundlicherweise darauf hin, dass wir den Äquator überqueren.IMGP1687

 

IMGP1686Das GPS bestätigte die Tafel

Etwa einen Kilometer nach der Überquerung des Äquators wurde aus der wunderschönen Teerstrasse eine Schlagloch verseuchte Piste, die sich jedoch bald darauf wieder verbesserte. So erreichten wir am frühen Nachmittag Lambarene.Einen schönen Platz fanden wir, welch wunder, bei einer Katholischen Mission.

In dieser Nacht erlebten wir unseren zweiten unvergleichlichen Gewittersturm. Unsere Sorgen über die Weiterreise und den Strassenzustand wuchs. Hier mussten wir uns entscheiden auf welchem Weg wir in den Congo beziehungsweise nach Angola einreisen wollten. Zur Debatte standen zwei Alternativen. Variante eins, von Lambarene direkt nach Süden und somit über Cabinda nach Angola. Oder Variante zwei, Richtung Osten über Franceville nach Brazzaville, Kinshasa nach Angola. Die erste Route bietet den Vorteil kürzer zu sein mit kleinen ruhigen Grezübergängen. Aber Cabinda ist eine Exklave Angolas in DRC. Bedeutet, dass man zweimal in Angola einreisen muss. Wodurch unser Fünftagestransitvisa für Angola schon in Cabinda angebraucht werden würde. Zudem wussten wir von anderen Reisenden, dass die direkte Piste ca 550km nach Süden im Regen praktisch unpassierbar sind. Variante zwei bietet den Vorteil, dass wenigstens die Strecke bis an die Grenze zum Congo gut ausgebaut ist und lediglich ca 200km auf der congolesischen Seite schlecht bis unpassierbar sind. Zudem hörten wir, dass eine neue geteerte Strasse, welche den Congo mit Francville verbindet in Arbeit ist (Natürlich von den ubiquitären Chinesen). Der Rest der Strecke bis Brazzaville, so wussten wir, ist geteert. Nachteil ist, die berühmt berüchtigte Grenze zwischen Brazzaville (Congo) und Kinshasa (DRC). Dieser Übergang bietet Stoff für so manche Horrorstory unter Reisenden. Da wir genug vom Regen und Matsch hatten, entschieden wir uns relativ schnell für die Francville-Brazzaville-Kinshasa- Route. Unsere Erfahrung hatte gezeigt, dass viele Storys halb so wild sind und es sich lohnt sich selbst ein Bild zu machen. So verbrachten wir noch einen Tag in Lambarene mit Tchovapflege und einem Besuch im Albert Schweizer Hospiz.

IMGP1694 Nobelpreis

IMGP1706 Operationssaal

IMGP1710 Zahnartztstuhl, Bohrer mit Fussbetrieb!

IMGP1705 Ersatzteillager

IMGP1698 Dialysepumpe mit Handbetrieb!

Unheimlich das ganze, und ich muss schon sagen, ich bin glücklich nicht hinhalten zu müssen!!!

Das Spital wird heute immer noch betrieben. Mit dem Museum wird lediglich ein bisschen Geld dazu verdient. Die Lage ist unglaublich schön.

IMGP1703 Direkt am Fluss

Zurück nach Alèmbé, die Kreuzung nach Osten genommen führte uns der Weg Richtung Francville. In Lopé übernachteten wir nach einem Tag traumhafter Pistenfahrt. Der Nachtwächter des Motels erzählte uns am nächsten Morgen von einem schweizer Paar, die im nahegelegenen Luxus-Hotel übernachteten. Die zwei seien ebenfalls auf dem Weg nach Süden. So fuhren wir los, in die verkehrte Richtung, die zwei suchen. Schon bald kam uns ein Pick-Up entgegen mit algerischen Nummernschildern. Hmm... Sieht nicht nach Overlandern aus, aber sie halten und wir natürlich auch. Der Peter spricht uns auf züüridüütsch an, Marcia, ursprünglich aus Brasilien, wird von Flo mit einem bom diaz begrüsst. Bello schaut neugierig aus dem Beifahrerfenster. Keine langen Reden, entschieden wir uns die lange Strecke nach Brazza gemeinsam zu meistern.

IMGP1770 Konvoi

Weiter ging's ohne Zwischenfälle über Francville nach Lékoni auf einer guten Piste und Strasse.

IMGP1768 Wie Autobahn

IMGP1736 Gabon ist wunderschön

IMGP1672 Leider bleibt auch der gabonesische Urwald nicht von der Ausbeutung verschont! Regelmässig fährt man an Riesenlastern vorbei, welch mit Tropenholz beladen sind.

Unmittelbar nach dem gabonesischen Grenzposten wird aus der Autobahn eine Tiefsandpiste. Über diese erreichten wir die Grenze zum Congo. Welche die schönste und friedlichste auf unserer bisherigen Reise war. Mitten im Nirgendwo standen gemütliche Afrohütten mit wunderschönen geflochtenen Stühlen. Die Beamten scherzten und plauderten mit uns, womit das ganze wieder mal sehr zeitintensiv wurde. Aber man hat ja als solch abgelegener Grenzbeamter nicht alle Tage soviel spannende Pässe in de Hand.

Congo 28. April 2009

Jetzt beginnt das Matschabenteuer! Frohen Mutes fuhren wir vom congolesischen Grenzposten los. Die tiefsandige Piste hielten wir für gar nicht so schlimm. Bald wurden wir eines besseren belehrt, die Spurrillen wurden immer tiefer. Der Sand immer nasser und schwerer. Peters Chinese, der ziemlich niedrig ist hatte immer mehr Mühe. Nicht lange ging's und er blieb stecken indem er auffuhr. Die Räder in der Luft, das Diff aufgebockt, doch auch hier ging's relativ rasch weiter. Mit Tchovas Zugkraft und unserer Schaufelmuskelarbeit manövrierten wir uns immer wieder raus. Da kamen uns die Schlammlöcher und Wasserlachen in den Weg.

IMGP1782Wie am besten?

Im Schlamm hatte nun Tchova den Nachteil, ziemlich schwer zu sein. Wenn Peter noch über die kritischen Stellen mit Schwung und Anlauf durch kam, waren wir zu schwer und mit nicht zuviel Leistung ausgestattet. Es ging nicht lange bis auch wir in einem harmlos aussehenden Loch stecken blieben.

IMGP1774 

Beste Gelegenheit die Winde in Action zu bringen. Baum gesucht, gefunden, Seil drum, wutsch... Mitsamt Wurzeln ausgezogen. Hmm... Okay, zweiter Baum gesucht, gefunden. Aber dummerweise von einem riesigen Ameisennest besetzt. Nach langem versuchen von Flo, bezahlt mit unzähligen Bissen, musste er dies aufgeben. Wir wussten nicht mehr weiter, da kamen uns Einheimische zur Hilfe. Zeigten uns Greenhorns erst mal wie man ein Auto aus dem Schlamm befreit.

IMGP1776 So simpel ist die Lösung, Wasser abslassen! Und frei schaufeln...

IMGP1779 Sie zeigten uns auch eine Umleitung durchs Dorf, wo die Strasse in besserem Zustand war.

IMGP1784 Tja... Der Tag nahm seinen Verlauf. Wir arbeiteten uns langsam vorwärts.

Als es schon langsam dem späten Nachmittag zuging, schlammten wir uns so böse ein, dass wir kein einziges Foto machten. Tchova stand das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Völlig schräg stand er in einem See. Um auszusteigen mussten wir die Schuhe ausziehen und die Hosenbeine ordentlich hoch krempeln. Zu allem Übel wurde es wirklich langsam dunkel, die Luft surrte vor Moskitos. Peter wollte uns helfen kommen (er fuhr voraus). Er suchte eine Stelle, an der er wenden konnte. Auf dem Weg uns zu helfen blieb schliesslich auch er Stecken. Was uns schlussendlich rettete, das wussten wir aber noch nicht. Tchova stand an einer Stelle, die so breit war, dass die Lastwagen links an uns vorbei fahren konnten. Der erste versuchte uns noch raus zuziehen, wobei unser Bergegurt riss. Auch versuchten wir es mit der Winde. Auch die riss. Dann fuhr der Laster einfach weiter, weil ihm die Angelegenheit zu lange dauerte. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wir waren müde von der ganzen Schufterei, es dunkelte und wir sahen keine Möglichkeit uns zu befreien. Mental stellten wir uns schon darauf ein eine Nacht im schrägen, bewässerten, dreckigen Tchova mitten im Dschungel zu verbringen. Aber! Da Marcia und Peter ein paar Meter weiter die Strasse blockierten, mussten die Laster sie raus ziehen um weiter fahren zu können. Wie gesagt, was uns rettete. Grins... Schlussendlich waren wir alle wieder frei, raus gezogen von den Strassenarbeitern in den Lastwagen. Sie sagten uns, wir sollen ihnen bis Okoyo folgen. Falls wir wieder ein Problem hätten, würden sie uns helfen. Natürlich fuhr Peter sich schon bald wieder fest, auf unser Hupen und Lichtzeichen reagierte keiner. Sogar der Alarm der schweizer Polizei half nichts. So steckten wir wieder einmal, eher in einem Fluss als auf einer Piste. Da wir die Strecke blockierten, mussten uns die bald folgenden LKW zwangsweise raus helfen ;o).

Als wir dann ein mehr oder weniger trockenes und ebenes Plätzchen fanden, schlugen wir unser erstes Congo-Nachtlager direkt neben der Piste auf.

Früh machten wir uns auf den Weiterweg. schon nach 2 km erreichten wir Okoyo. Ein Einheimischer gestikulierte am Dorfeingang wild mit den Händen und brachte uns zum Halten. Er erzählte irgendetwas von einem Franzosen, der uns sehen wolle...

Wir stellten uns vor, es sei vielleicht ein anderer Overlander, der eine Konvoigelegenheit suche. So fuhren wir zu einem schönen Anwesen und trafen schliesslich Michel. Kein Overlander, sonder ein Überwacher der Strassenarbeiten (die Chinesen sind tatsächlich daran, eine neue Teerstrasse zu bauen. Leider merkten wir von dieser Arbeit lediglich, dass die Piste, wegen des Schwerverkehrs noch schlechter war ;o) )

Michel sitzt seit einigen Monaten mitten im Congo und beaufsichtigt, wie gesagt die Strassenbauarbeiten. Er hatte von Overlandern gehört, welche durch Okoyo fuhren, jedoch nie die Gelegenheit gehabt, mit ihnen zu sprechen. Wir merkten bald, das sein Job relativ einsam ist und er sich über einen Besuch von Bleichgesichtern sehr freute. So entschieden wir uns für eine Nacht zu bleiben und das Zimmer mit Klimaanlage, drei Mahlzeiten am Tag und Michels Gastfreundschaft zu geniessen.

PIC_0092 Von Roger, dem Koch, wurden wir richtiggehend verwöhnt!

 

Aus der einen, geplanten Übernachtung wurden schlisslich drei. Wäschewaschen, Autopflegen, fein essen und interessante Gespräche mit Michel liessen uns die Strapazen der ersten hundert Congo-Kilometer schnell vergessen.

(Koordinaten für Reisende:S1 28.443 E15 04.047, Michel freut sich sehr!)

IMGP1796 Peter mit Analsserproblemen. Das gute Teil war voller Schlamm und musste erstmal gereinigt werden.

 

Schweren Herzens nahmen wir am vierten Morgen Abschied von Michel und seiner Belegschaft.

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(UN GRAND MERCI A MICHEL!!!!!!)

 

Weiter ging es also die restlichen 100 Kilometer bis zur Teerstrasse. Zuerst noch mit Eskorte von einem von Michels Mitarbeitern! Danach ohne Probleme.

Die Chinesen waren gezwungen, die Piste auszubessern, da ein Besuch des Präsidenten anstand ;o)

Auf der relativ guten Strasse fuhren wir dann mit Zwischenstopp in Gamboma nach Brazzaville. Hier fanden wir im Restaurant "le Hipocampe" Unterschlupf. Dieses Restaurant wird von einem Franzosen (Olovier) geleitet, der vor einigen Jahren, auf einer Velo-Transafrika, in Brazza hängen blieb.

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Da dies ein bekannter Overlanderplatz ist trafen wir bald andere Reisende. So stiessen zu uns:

IMGP1851 Tanja und Kim (ein Deutsches Paar auf dem Weg nach Norden),

IMGP1838 Hannah und Willieam (ein englisches Paar auf dem Weg nach Süden)

IMGP1846 und Isabella und Camil (Polen, ebenfalls auf dem Weg nach Norden).

Flos Geburtstag stand an, die Flüsterei ging los, sobald Flo aufs Klo ging. Die Engländer wollten das Frühstück mit Gipfeli und Kaffee organisieren. Sarah kaufte eine Flasche Whiskey, die wir nach zwölf Uhr aufmachten und anstiessen.

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So verbrachten wir einige schöne Tage mit Geburtstagsfeier, Geplauder und Informationsaustausch in Brazzaville. Zudem bedurften Tchova und Peters Chinese einiger Reparaturen. Diese wurden von Oliviers Mechaniker (des Vertrauens) mehr oder weniger Abenteuerlich durchgeführt.

Auch eine Autowäsche für Tchova stand wieder einmal an. So suchten wir eines Tages, zusammen mit Kim eine Hochdruckautowaschanlage. Diese fanden wir schlussendlich auch mit Hilfe eines Autowäschers (ohne Hochdruck).

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Hochdruck hatten wir gesucht und Hochdruck haben wir gefunden. Leider so hoch, dass die lieben Autowäscher den Unterbodenschutz weghochdruckten und zum Teil sogar das Blanke Metall hervorkam. Nunja, wenigstens waren die Autos danach WIRKLICH sauber!

Nach der Autowäsche hatten wir keine Entschuldigung mehr, die Grenze vor uns her zu schieben. Wie schon erwähnt hatten wir etliche böse Geschichten darüber gehört. Sie reichten von Beschlagnahmung sämtlicher Dokumente bis zu zurückprügeln auf die Fähre... Anscheinend immer bei Overlandern, welche noch kein Angolavisum hatten. Nun, wir hatten ja ein Angolavisum und waren deshalb guten Mutes. William und Hannah fuhren mit uns (ohne Angolavisum). Jedoch liessen sie sich einiges einfallen. Sie kreierten eine Quittung für eine nicht existierende Verschiffung ihres Autos von Matadi (DRC) nach Windhoek (Namibia).

Fotos sind im Congo eigentlich überall verboten, vor allem an Stellen wo es offizielle Gebäude, Polizei oder Militärs hat. Doch Will und Hannah haben in ihrem Auto eine gut versteckte Videokamera installiert und so konnten sie fast die ganze Grenzüberquerung filmen. Leider rechneten wir nicht mit ein, dass diese Grenze durchaus acht Stunden in Anspruch nehmen kann und so ging der Kamera auf halber Strecke der Speicherplatz aus :o). Nichts desto Trotz sind wir nun im Besitz einzigartiger Bilder der Grenze Brazzaville-Kinshasa.

 

Die Grenze ist mit einem einzigen Wort gut zu beschreiben: "CHAOS". Auf der Congo Seite mussten wir uns von einer Lagerhalle zum nächsten Bretterverschlag durchfragen, bis wir endlich alle Stempelchen, Papierchen und Fährtikets hatten. Freundliche Helfer finden sich an jeder Grenze, doch dies war die Erste, bei der nicht einmal die Grenzguides wussten wo welcher Stempel zu holen ist.

So warteten wir bis die Fähre kam und entladen war. Dies ist ein recht eindrückliches Erlebnis. Als erstes Stürmen viele Behinderte (diese fahren gratis auf der Fähre hin und her und transportieren Waren) aus dem Hafengelände. Hinter den Behinderten kommen mit Peitschen bewaffnete Grenzer und treiben die Ganze Meute heraus. Danach wird das Boot entladen, natürlich von Hand. Junge Männer rennen mit unglaublicher Geschwindigkeit und bis zu 50kg Reissäcken auf dem Kopf aus dem Hafengelände. Schlussendlich kann dann die Fähre wieder Beladen werden und die Autos durften rauf fahren. Die Beamten waren nicht uniformiert, was das ganze nicht vereinfachte. Verschiedene Männer kamen und nahmen uns die Papiere ab. Jeder lief in eine andere Richtung davon, einer mit den Pässen der andere mit dem Carnet de passage. Mit Müh und Not gelang es Sarah den Überblick zu bewahren und aufzupassen, dass keines, der für uns sehr wichtigen Dokumente, verschwand. Die Überfahrt verlief verhältnismässig ruhig.

Demokratische Republik Congo DRC 13.Mai. 2009

Angekommen auf der anderen Seite, ging's ruppig weiter.Wieder Stürmten zuerst alle Behinderten von der Fähre, gefolgt von den Fahrzeugen. Plötzlich waren wieder einmal alle Papiere und Sarah weg. Sie behielt alle unsere Dokumente im Auge und stürzte sich mutig ins Getümmel. Eigentlich verlief dann die DRC Seite sehr gesittet, wenn auch langsam. Mit Spannung warteten wir ab, ob die Grenzer Williams Verschiffungsquitung "fressen" würden, als einer der Beamten zum Telefon griff und das Büro verliess bekamen wir es kurzzeitig mit der Angst zu tun. Doch erstaunlicherweise funktionierte der Bluff ;o)

Der Letzte Grenzakt bestand dann darin, dass ein weissgekittelter Mitarbeiter des kongolesischen Gesundheitsministeriums uns weismachen wollte, dass unsere Autos desinfiziert werden müssen. Schliesslich könnten wir ja ausländische, oder gar Europäische Krankheiten und Seuchen ins Land einschleppen. 80 US Dollar pro Fahrzeug sollte uns der Spass kosten. Nach einigen Diskussionen konnten wir den Preis dann auf 40 US Dollar herunterhandeln. Und so besprühte ein Gesundheitsministeriumsangestelter den Tchova. Was unter strengster Aufsicht von Sarah geschah. Sie genoss es sichtlich ihn auf jede, noch so winzige, vergessene Stelle Aufmerksam zu machen. Als dann Williams Auto an der Reihe war fragte uns ein Gesundheitler ob jemand Asthmatiker sei, was auf Will zutraf. Hmm, dann sei es wohl besser, das Auto nicht zu desinfizieren, da das Mittel Asthmaanfälle auslösen kann. Da die Desinfektion schon bezahlt war gestaltete sich eine Diskussion über den Preis schwierig. Anscheinend reicht es aus, eine Desinfektion zu bezahlen um Krankheiten abzutöten.

Völlig müde aber glücklich, die Grenze hinter uns zu haben fuhren wir zu einer Mission (diesmal protestantisch).

IMGP1871 Noch rasch den Reifendruck überprüfen...

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von William und Hannah. sie wollten noch am gleichen Tag nach Matadi und ihr Angola Visum beantragen. Wir hatten uns für den Grenzübergang eine kleinere grenze ausgesucht und waren etwas weniger unter Zeitdruck. So ging's gemütlich weiter Richtung Angola.

IMGP1878 In einer kleinen Mission übernachteten wir kurz vor der Grenze. Mühsame kleine neugierige Besucher hatten wir.

Angola 15.Mai 2009

Die Raserei Beginnt! Weil: in fünf Tagen die ca. 2000 km von Nord nach Süd zu fahren

Regen, welchen wir wirklich nicht genossen, machte uns ein bisschen zu schaffen. Weil wir durch den Regen zwischen den Grenzhäuschen rumlaufen mussten und somit nass wurden, schenkte uns ein angolanischer Zöllner einen Regenschirm. Bedruckt mit dem Präsidenten und der Flagge Angolas. Wieder auf der Strasse, wenn man das so nennen kann, rutschten wir mehr als dass wir fuhren, da der Schlamm hier so lehmig war. Die Reifen waren völlig verklebt, wenn man ausstieg wurden die Füsse so schwer vom Lehm, dass man richtig arbeiten musste um zu gehen. Vereinzelt blieben Einheimische stecken, wenn wir konnten halfen wir mit Ziehen oder Stossen. Fast hätte es uns an einem Hang um die eigene Achse gedreht, Flo konnte den Tchova grade noch zurück auf die Spur bringen. Mit Herzklopfen fuhren wir weiter bis Tomboco. Hier übernachteten wir, wie könnte es anders sein, bei einer Mission ;o).

Wir wussten von Kim und Tanja, dass die Strasse an der Küste, wenigstens nach Luanda, sehr gut sein soll. fuhren wir am nächsten Tag so weit wie es ging Richtung Küste. mit ziemlich blanken Nerven, die Strasse war miserabel, hielten wir abends bei einem Steinbruch kurz vor Caxito und fragten, ob wir die Nacht auf dem Gelände verbringen dürfen. Die Wächter mussten zuerst einmal den Chef rufen um zu fragen. Der freundliche Portugiese (Manuel) erlaubte uns die Nacht beim Steinbruch zu verbringen und lud uns sogar zum Znacht ein. Eine Warme Dusche in einem Woncontainer gab's auch!

IMGP1885Sogar auf Pisten gab's Schlaglöcher mit Autoradtiefe

Wir wussten, dass die 5 Tage Transit durch Angola nur möglich sind, falls man in Luanda im Verkehrstau nicht schon einen ganzen Tag verplämpert. Manuel erklärte uns, dass es durchaus möglich ist, den ganzen Tag mit Luandatransit zu verbringen.

Wieder einmal hatten wir Glück. Am sehr frühen Sonntag morgen (wir standen um 5:00 Uhr auf) fuhren wir durch Luanda und brauchten dafür, auch Dank Sarahs Navigationskunst lediglich anderthalb Stunden.

Weiter ging's auf wunderbaren Strassen, die Raserei war ein Jammer. Angola war landschaftlich wunderschön. Von den Leuten bekamen wir so nicht viel mit, leider. Aber alle, mit denen wir kurz sprechen konnten waren freundlich, zuvorkommend und witzig.

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Nach viereinhalb Tagen und über 2000 km hatte der Stress ein Ende. Wir standen an der namibischen Grenze! Namibia, gelobtes Overlanderland, hier gibt^s wieder alles im überfluss. Oft war Namibia ein Anker der Hoffnung, nach Tagen im Schlamm, Steckenbleiben usw... sagten wir uns oft: "Namibia, da wird alles einfach". Wir waren also sehr gespannt auf dieses Land. 

 

Namibia 20.Mai 2009

Erste Station: Supermarkt, noch vor dem Schlafplatz suchen! Dieses Angebot überforderte uns. Vier verschiedene Sorten Klopapier, für welches sollte man sich da bloss entscheiden??? Wir kauften keine. :-)

Auf einem gemütlichen Campingplatz mit heiss Wasser ruhten wir uns ein bisschen aus. Putzten das Auto, innen. Das heisst alles ausräumen und so. Die Wäschen gaben wir zum Waschen, welch ein Luxus! Internet gibt`s auch!

Nur der Reiseführer, hmm... So viel gibt's zu sehen in Namibia, dass die Entscheidung echt fast unmöglich ist. So fuhren wir mal Richtung Entosha Nationalpark.

Im Etosha Nationalpark verbrachten wir zwei schöne Tage und eine sauteure Nacht auf einem Camping innerhalb des Parks (60 CHF für zwei Personen und das Auto). Trotzdem gönnten wir uns diesen Plausch und genossen die Tage und sahen haufenweise Tiere:

IMG_0043 Springbock

IMG_0163 Impala

IMG_0173 Zebras

IMG_0199

und sogarIMG_0204 Löwen, die ein Wasserloch bewachten

 

Nach Etosha ging's weiter südwestlich Richtung Küste und nun sitzen wir hier im Brandberg Restcamp. Es gibt warme Duschen, Swimmingpool, Trinkwasser aus dem Hahn, wifi, ...

Namibia ist Perfekt, manchmal schon etwas zu perfekt... Africa for beginners hat mal jemand gesagt und er hat recht ;o)

PS.: gerade hat uns Iris ein SMS geschrieben. Sie kommt uns in Südafrika besuchen :o) Freude herrscht!

Bis zum nächsten mal also.

Abraço grande Sarah, Flo und Tchova

1 Kommentar:

gertminnebach hat gesagt…

Hi sarah and Florian,

It's like even belgium is worse than afrika... i mean the internet.
After several times i can't post a comment?! I hope this time it works.
So we are back home in Belgium.
after less han a week we need an agenda, that's a sad thing!

what about you. seems like your blog is stuck, still in Namibia?
Stuck again with the Toyota???
Or Eaten by elefants?

please let us now you ar both fine!!!

Hope to see you again
Love Veerle and Gert