Donnerstag, 12. November 2009

11.11.2009 Maputo Moçambique

Ein Letztes mal "hallo lieber Blogleser". vor Genau einem Jahr und einem Tag, am 11.11.2008 haben wir Afrika betreten und heute kommt also unser letzer Eintrag.

Aber als erstes machen wir mal weiter wo wir das letzte Mal aufgehört haben.

Südafrika die Zweite

Wie schon angedeutet wussten wir, dass Jonas und Xenia auch auf dem Weg Richtung Capetown waren und so beschlossen wir auf die beiden zu warten.

Unser letzter "todo" Punkt auf der Capetown Liste beinhaltete die Besteigung des weltbekannten Table Mountains, die Besichtigung von Robin Island wo Nelson Mandela den Grossteil seiner Gefangenschaft verbrachte und ein Besuch bei den etwas weniger bekannten Pinguinen am Kap. Diese zwei Touriaktivitäten unternahmen wir dann auch  mit Jonas und Xenia.

Table MontainTable view bei Sonnenuntergang

IMGP2071Hier endet die Strasse

IMGP2082Besteigung des Tafelberg's

IMGP2089Belohnung des Harten Aufstiegs mit wunderschöner Aussicht 

Sarah und Xenia hatten die Tage nach dem Gipfelsturm einige Problemchen mit Muskelkater und liefen rum wie die noch zu besuchenden Pinguine (die beiden Herren hatten wahrscheinlich die gleichen Probleme, hätten dies aber nie zugegeben ;o)).  Vor allem die Besuche in Shopping Malls ohne Rolltreppen hatten einen grossen Unterhaltungswert, da die beiden Damen kaum drei stufen ohne jammern schafften.

Regenbogen Die Waterfront in Capetown, mit vielen fiesen Treppchen ;o)

 

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Ein weiteres "Tourimuss", die Pinguine in Simonstown

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IMG_2554Vorsicht beim Abfahren sonst rumpelts und quietschts

Robben Island:

DSCN1304Sikhululekile, was so viel bedeutet wie "Wir sind frei", heisst das Schiff wo uns zur Insel bringt

IMG_2586 De Bus war vollgestopft mit Touris! Sehr ungewohnt für uns

IMG_2587 Zwischen den Zäunen waren Hunde

IMG_2599 Die ehemaligen Gefangenen sind jetzt Gides

IMG_2601 Das Gefängnis machte uns allen ein flaues Gefühl im Magen

IMG_2603Man möchte es sich nicht vorstellen, wie's war

Eigentlich wollten wir schon am Montag gehen, wegen rauher See wurden die Besichtigungen aber abgesagt. Also wurde es Mittwoch. Aber auch Mittwochs hatte es so hohe Wellen, dass es Sarah mit doppleter Dosis Antikotz-Tabeltten übel wurde. Sie war nicht die einzige, ein kleiner Junge hat den Beutel gefüllt und die Toilette war auch immer besetzt. ;-)

 

Ups, eines der allerwichtigsten Ereignisse in Cape Town hätten wir ja fast vergessen! Den ersten August. Diesen feierten wir etwas unkonventionell auf dem Campingplatz, mit Fondue. Die südafrikanischen Temperaturen um diese Jahreszeit lassen einen Funduegenuss zu.

Unsere südafrikanischen Campingnachbarn wunderten sich wahrscheinlich über unser patriotisches gehabe (das Schweizerfänlein durfte natürlich nicht fehlen). Aus Rücksicht auf Xenias Trommelfelle wurde die helvetische Nationalhymne jedoch nicht laut forgetragen, sonder nur mit inbrunst, ganz ganz leise, gesummt.

IMGP2120 Das SCHWEIZER-Camp

IMGP2123Das SCHWEIZERlein

DSCN1309 Lecker war's

 

Kleiner Tipp falls mal jemand am ersten August in die Verlegenheit kommen sollte ohne Caquelon irgendwo auf der Welt zu sein: Pfaditopf, ein bisschen Wasser rein, andere Pfanne rein stellen und so Fondue zubereiten. Gibt zwar keine Grossmutter aber dafür schmilzt's schön gleichmässig.

 

Natürlich stand auch für Jonas und Xenia noch der obligate Besuch vom Cape of good hope und Cape Agulhas an. Und wir liessen es uns nicht nehmen die beiden zu begleiten.

 

DSC_2225 Cape Aghulas zum zweiten

IMG_2659 Der Leuchtturm by night

 

Fotos von Jonas und Xenja unter: www.jonasinafrika.bligspot.com

 

Weiter ging's Richtung Nordosten. Direkt nach Outshorn, die Straussenhochburg Südafrika's. Von da aus besuchten wir die Cangoo caves, berühmte Höhlen. Einen Zoo war auf dem Programm und auch den Swartbergpass fuhren wir von da aus.

Cangoo caves:

DSCN1366 Die Höhlen sind riesig...

DSCN1386 steil...

DSCN1391 lang...

DSCN1392 und...

DSCN1393 eng...

Swartbergpass:

IMG_2864 Endlich zuoberst

IMG_2859Nicht so einfach für unser schweres Reisemobil, so steile Bergstrassen

IMG_2885Den Weg runter belastet die Bremsen und verwöhnt die Augen und s schweizer Berglerherz

Weiter ging's entlang der Küste, Gardenroute zum zweiten.

IMG_2900Knysna hat eine wunderschöne Lagune

IMG_2928Sarah hat endlich wieder ein bisschen Speck auf den Rippen und ein runderes Gesicht ;-)

 

Nach Knysna und Tsitsikama zum zweiten machten wir uns auf zum Addo Nationalpark, richtig, hier waren wir schon mit Iris. Um die Sache beim zweiten Besuch etwas spannender zu gestalten machten wir einen geführten Night Drive. Leider in einem ziemlich grossen Safarimobil inkl. italienischer Familie. (Axgüsi, aber diä chönd würkli NIÄ uf d schnurä hockä!)

Besagte Familie schaffte es jedoch nicht ganz, alle Tiere zu verscheuchen und so sahen wir einige Nachtaktivchen...

IMG_3047 Schakal beim Znacht, Menu: Schildkröte

IMG_3052Löi (Schweizerdeutsch für Löwe)

IMG_3067 Elefant, eigentlich nicht nachtaktiv aber eben...

 

Nach einem erneuten Ausbruch von Patriotismus im Camp vom Addo NP, bei dem wir unsere Autos mit Schwiezerchrüüzli beklebten verabschiedeten wir uns zum X-ten mal von Jonas und Xenia. Vor allem Flo hatte langsam das Reissen nach Moçambique.

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IMG_3078 

Weiter fuhren wir also zu zweit nach Osten. Durch die Transkei, eine der ursprünglichsten, aber auch ärmsten Region Südafrika's ging's mit Zwischenstops nach Durban. Leider verpassten wir Sofia (Flos Stiefschwester), sie hat in Durban studiert und wir hatten eigentlich gehofft sie hier zu treffen.

So verbrachten wir einen Stadttag in Durban alleine und besuchten wieder einmal ein Aquarium ;o)

Schön war's, diesmal keine Bilder, eingeglaste Fische werden auf Dauer auch etwas langweilig ;o)

Auf unserem Campingplatz etwas ausserhalb Durban's trafen wir ein älteres Camper-Ehepaar (beide in den 80ern). Die beiden waren so begeistert von unserer Geschichte, dass sie uns gleich bei Ihren Kindern (welche eine Spa-Lodge betreiben) einluden. Das heisst wir fuhren einen kleinen Umweg zur Tangami Safari Spa Lodge.

Da trafen wir eine südafrikanische Familie, die Zusammenkunft feierten. Weil es total unmöglich ist ohne Kühlschrank auszukommen, sprich kein Fleisch zu haben, waren wir wieder mal zum Essen eingeladen. Die besten selbst gemachte Burger die man essen kann im südlichen Afrika!

IMG_3112 Die Familie

IMG_3113The Burger King

 

Kurz vor der Grenze zu Swaziland übernachteten wir in einem kleinen wunderschönen NP. Die Stellplätze sind da nicht eingezäunt. So grasste den ganzen Abend eine Rhinofamilie in unserer Nähe. Etwas unheimlich war das schon, aber anscheinend sehen Rhinos sehr schlecht und als es dann Nacht wurde hatten wir ein mehr oder weniger relaxtes Abendessen.

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In Mbabane, der Hauptstadt von Swaziland wollten wir das Visum für Moçambique holen. Da die guten Damen der Botschaft kurz vor Feierabend aber keine Visas ausstellen, angeblich weil wir am selben Tag in Swaziland einreisten, fuhren wir ratz fatz weiter nach Nelspruit. Aber auch da war der Gang zur Embassy vergeblich. Das heisst sie hätten uns eins gemacht für 600 Rand. An der Grenze bezahlten wir 380 Medical ( ca. 100 Rand), aber das wussten wir ja noch nicht. Trotzdem entschieden wir uns das Risiko einzugehen nur ein paar Tage zu bekommen und fuhren zur Grenze.

 

25.08.2009 Moçambique

Nach 289 Tagen, 31'808 km 19 Ländern und unendlich vielen Eindrücken betraten wir endlich, mit Schmetterlingen im Bauch Flo's Heimat. Nur Sofia und Angela waren über unsere Ankunft informiert. Als wir so unverhofft in Hausi's Büro standen hielt er uns zuerst für Gespenster ;o) doch nach dem ersten Schock war die Freude umso grösser. Herzlichst wurden wir aufgenommen und einquartiert. Tchova hatte genau in der Einfahrt Platz, kein Zentimeter höher hätte er sein dürfen!

So verbrachten wir fast einen Monat in Maputo. Speisten königlich, mussten keine Wäsche mehr waschen und wurden umsorgt. Aus gegangen und Freunde getroffen wurde natürlich auch ausgiebig.

Da das Visum nur 30 Tage gültig ist, mussten wir nochmal über die Grenze nach Südafrika. Jonas und Xenja waren auch auf dem Weg Richtung Kruger. So machten wir einen Plan uns in Nelspruit zu Treffen.

23.09.2009 Südafrika

So Fuhren wir also nach Nelspruit um Jonas und Xenia zu treffen. Vorher jedoch wollten wir noch einkaufen und hielten bei einem Shoping Mall. und hier geschah es. Nach all der Reiserei in Afrika, ohne Probleme, wurde unser Auto ausgerechnet auf dem Parkplatz eines Shopingcenters aufgebrochen. Glücklicherweise wurde nur Flo's Handy und ein inhaltloses Bauchtäschli geklaut. Glück im Unglück also, den GPS, Bargeld, Kamera, Labtop usw waren auch im Auto...

So bekam Tchova gegen Ende unserer Reise auch noch neue Türschlösser :o)

Im Funky Monkeys Backpacker trafen wir wieder auf Jonas und Xenia und schmiedeten Pläne für die nächsten Tage.

Der erste Versuch, einige Tage im Kruger Nationalpark zu verbringen, wurde wegen Südafrikanischer Ferian und Moçambicanischen Feiertagen verunmöglicht: Alles ausgebucht!

So mussten wir fast eine ganze Woche in Nelspruit ausharren bis endlich ein Campsite im Kruger frei wurde. Die Zeit verbrachten wir mit shoppen, diesmal nur in Läden mit bewachtem Parkplatz ;o), Autoservices, feinen Znächtern usw.

Als es endlich los ging bekamen wir einiges zu sehen:

DSC_2678 Löwen, Aug in Aug

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IMG_3197 Sehr seltene Wild dogs

IMG_3235Elefanten ganz nah

IMG_3155 Hyänen

IMG_3230 Glaub ein Wasserbock

IMG_3252 Und... ein schöner Sonnenuntergang...

 

 

Nach dem schönen Trip fuhren wir die Panorama Route. eine bekannte und beliebte Strecke mit drei Atraktionen:

IMG_3260 Good's Windov, leider mit vielen Wolken, dass wir nicht wirklich was sahen.

IMG_3281 Potholes

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Panorama1 The three Rondavels

IMGP2222 Das letzte gemeinsame Camp. Xenja und Jonas machen sich endgültig auf den Heimweg und wir fahren zurück nach Maputo.

 

02.10.09 Moçambique zum zweiten:

Nach dem Monat in der Grosstadt wollten wir noch Richtung Norden. So schliefen wir nur eine Nacht in Maputo und machten uns auf den Weg, Moçambique besser kennen zu lernen.

Aus unserem ursprünglichen Plan bis ganz in den Norden zu Fahren wurde leider nichts. Erstens hatten wir wieder nur 30 Tage und zweitens lief uns langsam die Zeit davon. So fuhren wir halt so weit wir kamen.

Erste Station war in Xai-Xai:

IMGP2230Sarah...

IMGP2235... und Flo geniessen den Strand

Von Xai-Xai fuhren wir weiter nach Tofo einem unserer lieblings Strände, wo wir schon mit Esther, Raphael, Iris und Martin waren. Hier übernachteten wir im Fatima's Nest, einem Bacckpakers mit Campingplatz. Backpacker gehören sicherlich zu den spannendsten Orten zum übernachten. Hier trifft man immer interessante, lustige und manchmal auch schräge Reisende ;o)

IMGP2253im Fatima's: von links nach rechts: Arantza, Xavier, Sarah und der Israeli

Nach einigen schönen Tagen in Tofo fuhren wir weiter über Vilanculo nach Chimoio.

IMGP2257

Eines unserer Camps zwischen Vilanculo und Chimoio. Der Ort war wunderschön mitten im Busch gelegen. Die Ambiece jedoch etwas seltsam. Ausser einem Nachtwächter und seiner Familie war niemand da. Wir sind zum Schluss gekommen, dass dies ein semilegales Wilderercamp für reiche Touris ist (v.A. Amerikaner, Laut Wächter).

IMG_3313

 

Chimoio ist eine kleine Stadt etwa im Zentrum von Moçambique. Die Stadt hat Charme, aber leider keine Campmöglichkeit. Wir fanden ein Platz an einem Stausee etwas ausserhalb, aber deswegen nicht weniger schön.

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IMG_3333 Eindrückliches Buschfeuer bei Nacht

 

Eigentlich wollten wir noch in den Gorongosa NP, die Preise da sind aber so horrend, dass wir am Eingangstor kehrt machten und nach Beira fuhren. Beira ist die Zweitgrösste Stadt in Moçambique, quasi Maputo in Kleinausgabe. Sehr gefallen hat uns die Stadt nicht. Darum machten wir uns schon nach einer Nacht im Hotel (auch kein Camping) wieder Richtung Süden.

IMGP2261 Brücke über den Rio Save

Andernorts:IMGP2260 Wo die Brücke kaputt ist macht man eine neue Brücke drüber ;o)

 

Wir versuchten auf unserer Rückreise nach Maputo neue Städtchen, Strände und Geheimtips zu finden. und wir haben zwei  solcher Orte gefunden die es Wert sind besucht zu werden.

Inhassoro:

Nahe Vilanculo gelegen, weniger touristisch, sehr verschlafen und äusserst charmant. Der Strand steht Vilanculo in nichts nach und wir haben gehört, dass man auch von hier aus Trips zum Bazaruto Archipel machen kann.

IMGP2283

IMGP2284

IMGP2318Etwas neues entdeckt, jetzt muss auch wiedermal etwas neues geschehen. Nach jahrelanger Kinnbartträgerei entschied sich Flo, ganz zu Sarah's Leidwesen das Bocksbärtli abzuhauen. Jetzt schaut er auch wieder viel Jünger aus, gell ... ;o)

Pomene:

Ein Strandresort aus dem Bilderbuch. auf einer kleinen Landzunge gelegen und ohne 4x4 leider nicht zu erreichen (allenfalls mit einem Boot). Da wir ja einen 4x4 haben war die jedoch kein problem ;o)

Ein weiterer Wemutstropfen sind die Preise für's Camping. Wucher ist nur der Vorname, aber wir fandens dort soooo schön, das wir trotz der Preise zwei Nächte blieben (wir waren ja nicht im Gorongosa ;o))

IMGP2335Tiefsandpiste richtung Pomene

IMGP2324Gewaltig schöner Strand...

IMG_3383 ... und einer seiner Bewohner

 

Nun, Tofo ist wie gesagt einer unserer Lieblingsplätze in Moçambique und so liessen wir uns einen zweiten Besuch nicht nehmen. Zudem rang sich Flo ENDLICH dazu durch den Tauchkurs zu machen. und Tofo ist sicherlich ein genialer Ort um dies zu verwirklichen. leider ohne Sarah, aber die überreden wir schon noch ;o)

Auch dieses mal trafen wir Spannende Reisende und verbrachten einige schöne Abende mit interesannten Gesprächen, Viel Lachen und auch viel Bier ;o)

IMGP2345 Schwester Eva

IMGP2346 Bruder Martin

IMGP2348 Frau Kitty

IMGP2350 Mann Jan

IMGP2352 Sarah machte natürlich auch mit beim blödelen

IMGP2357 Aussicht von der Bar im Fatima's

 

Auch in Xai-Xai machten wir auf dem Rückweg einen Zwischenstap, da diese Stadt Streckenmässig ideal zwischen Tofo und Maputo liegt. Aber auch dieses Mal versuchten wir etwas neues und nahmen statt der Hauptstrasse eine kleine Piste mit einigen Tiefsandpassagen.

IMGP2367  Malerische Piste zum Strand von Xai-Xai

IMGP2373 Ein Südafrikaner, der erst seit ein paar Monaten in Moçambique lebt, hat hier einen kleinen, feinen Camping aufgebaut

 

Zurück im Süden ging's erst mal nach Maraquene. Hier Baut Hausi seine neue Residenz. Letztes Mal als wir hier waren bestanden erst die Baupläne, nun kann man schon fast drin wohnen.

In Maraquene wird auch unser treuer Reisebegleiter TCHOVA bleiben und auf uns und seinen nächsten Reiseeinsatz warten.

IMGP2383in der guten Stube schauts schon fast fertig aus

Fahrt von Maraquene nach Maputo (Eindrücke):

IMGP2388

IMGP2405

IMGP2431 Vodacom ist überall

IMGP2453 Maputo, Stadt der Alleen

 

Nun, die Letzten Wochen in Maputo verbrachten wir mit organisatorischen Dingen und mit freunden.

Da mussten wir die ganzen Zollformalitäten für Tchova erledigen. Erstaunlich, wie lange es dauert, bis man ein Papierchen hat, auf dem steht, dass dieses Auto hier Parkiert (tschuldige, geparkt) werden darf ;o) aber nach einem Jahr Afrika hatten wir genug Zeit unsere Geduld zu schulen und unsere Nerven zu stählen.

Heute haben wir also Tchova in Maraquene eingemottet. Irgendwie tut's weh, unser Zuhause während des letzten Jahres so einzupacken und "bis bald zu sagen".

12112009282 Tchova wartet...

 

Ja, die richtigen Abschlussworte zu finden ist nicht ganz einfach! Somit ist dies nicht der letzte Blogeintrag. Das definitive Schlusswort braucht noch etwas verdauungszeit ;o)

Wir hoffen trotzden, dass ihr alle Freude an unseren Reiseberichten hattet und entschuldigt nochmals die Unregelmässigkeit der Einträge.

Die Nächste Reise Steht schon an, am 14.11.2009 geht's zurück in die Schweiz...

... auf ein neues Abenteuer

Abraço grande

Sarah, Flo und Tchova

Freitag, 31. Juli 2009

31.07.2009 Capetown Südafrika

Endlich! ein neuer Blogeintrag! Als erstes ein herzliches entschuldigung an alle fleissigen Blogleser, die sich schon lange fragen, ob die beiden Afrikareisenden verschollen, oder einfach zu faul sind etwas zu berichten...

 

Namibia die Zweite

Bis zum Brandberg haben wir das letzte Mal berichtet und seitdem ist natürlich wieder viel passiert.

Namibia ist ein richtiges Touri-Land und genauso ging unsere Reise weiter... immer schön den Attraktionen nach...

einen grossen Vorteil hat ein solch Touristisch erschlossenes Land, man braucht sich nie Gedanken über den nächsten Schlafplatz oder die Routenwahl zu machen. Leider verliert die Reiserei so auch an Abenteuerfeeling und mit Toyota und Dachzelt ist man in Namibia wirklich nichts aussergewöhnliches mehr (einer unter vielen).

Nun denn, von Uis und noch voller eindrücke der Tierwelt im Etosha-NP fuhren wir, grösstenteils über Schotterpisten Richtung Küste. Wir wollten die Robbenkolonie in Cape Cross anschauen. Vom warmen Wüstenklima im Landesinneren wurde es zusehends kälter, je näher wir der Küste kamen. Irgendwann schalteten wir seit langer Zeit sogar die Heizung im Tchova an (Gottseidank, sie ging noch ;o))

IMG_0306 Namibias wunderbar ausgebauten Schotterpisten

 

In Henties Bay fanden wir einen sehr luxuriösen Campingplatz (mit eigenem Schiessihüsli und Dusche pro Stellplatz!!!) Danach ging's die knapp 50 km Richtung Cape Cross, dort wo die Robben wohnen... Hier ein Funny-Fact: Zum Cape Cross Seal Reserve steht im GPS-Kommentar:"This place smells realy bad"

Und genauso roch es auch, REALY BAD!!! die abertausenden von Robben verströmen einen nasenhaarwegäzenden Geruch ;o). Die Eindrücke entschädigen jedoch, und man könnte sich vorstellen, dass man sich nach einiger Zeit sogar an diese Geruchswolke gewöhnen könnte ;o)

IMG_0357 Die Robbenkolinie von Cape Cross

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IMG_0370 Schakale helfen etwas die Robbenpopulation zu dezimieren und schnappen sich ab und zu eines der Kleinen

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IMG_0352 wir mussten wieder mal unsere Pullis ausgraben...

 

Zurück in Henties Bay giengen wir als erstes einkaufen. da Namibier und Südafrikaner eine grosse Braai (Grill) Kultur haben, wollten wir uns zum Znacht auch mal ein paar feine Fleischmocken Bröteln. Mit Grillkohle und Springbockplätzli (Herzig zum anschauen also der Springbock, nicht das Plätzli und Fein zum essen) bewaffnet zurück zum Luxuscamping (mit privaten... ach ja, haben wir ja schon erzählt...) und seit langem wieder einmal unseren Grillrost aus der untersten Kiste ausgepackt.

Nach etlichen Versuchen schafften wir es dann auch eine halbwegs vernünftige Glut hinzukriegen und panierten unsere Plätzli nur etwa drei mal mit Asche. Eine Braai- (Grill) Zange hatten wir bis Dato noch nicht ;o). Lekka (Afrikaans für Lecker) war es trotzdem :o)

IMGP1967IMGP1968 Aber immer noch Kalt :o(

 

Am nächsten Tag fuhren wir dann nach Swakopmund und verbrachten einige schöne Tage in dieser verschlafenen kleinen Stadt mit shoppen und einem Besuch im Aquarium. Eher eine Budgetversion, von den Fischen her, nicht vom Eintrittspreis ;o).

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Von Swakopmund aus fuhren wir nach Beschaffung eines Permits in den Nördlichen Teil des Namib Naukluft NP. Hier gab es, bis auf einige Springböcke und Skorpione keine Tiere, dafür wunderschöne Landschaften zu sehen. Nicht zu vergessen, die Welwitschia Mirabilis, eine Uhrzeitpflanze, von denen die ältesten über 1500 Jahre alt sind.

Mondlandschaft Die Mondlandschaft eingangs des Parkes

IMG_0393 Bisipause auf dem Mond ;o)

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IMG_0413Die Welwitschia Mirabilis

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Unterwegs fuhren wir auch ein Grab zweier deutschen Soldaten mit eher merkwürdigen Inschriften vorbei:

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IMG_0441IMG_0442 

Die Übernachtungsmöglichkeiten im Park sind für namibische Verhältnisse äusserst karg! bei der Beschaffung unserer Parkbesuchserlaubniss wurden wir darauf hingewiesen, dass es keine Zäune, keinen Strom, ja nicht einmal Wasser auf den Camps gibt! Wir genossen eine wunderschöne Nacht, ohne Strom (Wasser hatten wir dabei ;o)) beim Arch Rock Camp

 IMG_0469 Rock Arch

IMG_0499 und by night

IMG_0496Namibisches Buschcamp (ein WC hatte es dann doch ;o))

 

Nach den erholsamen zwei Tagen und einer Übernachtung in der "Wildniss" fuhren wir Richtung Windhoek (Namibias Hauptstadt). Auch diese Strecke fuhren wir grösstenteils auf Schotterpisten und hatten so die Gelegenheit, einen der steilsten Pässe Namibias zu befahren. Ein grosses LKW- und Anhängerverbotsschild vor der Passauffahrt wies zusätzlich darauf hin, man solle die Untersetzung einschalten. Papperlapapp dachte sich Flo, ich komme aus der Schweiz und weiss dänks wie man Pässe fährt... Aber denkst'de, ohne Untersetzung gieng wirklich nichts mehr ;o) und mit der schwarzen Rauchwolke, die hinter Tchova aufstieg währen wir wahrscheinlich von jedem Schweizer-Umweltschützer gesteinigt worden ;o)

Doch Tchova meisterte den Aufstieg mit bravour und Dank der Langsamkeit, mit der wir den Pass hinauffuhren, entdeckten wir auch die Schildkröte früh genug, die mitten auf der Strasse ein Sonnenbad nahm.

IMG_0519

Belohnt wurde der Aufstieg mit einem Wunderschönen Panorama.

Passstrasse_Namibia 

Kurz vor Windhoek wurden wir von der Polizei angehalten. Der Beamte wollte von uns irgend ein Dokument sehen, auf mehrmaliges Fragen, welches Dokument er den meine, erklärte er es uns freundlicherweise, auf Afrikaans... "ka nid verstaan Afrikaans" half uns leider auch nicht weiter ;o)

Als der nette Polizisst dann merkte, dass wir wahrscheinlich etwas beschränkt sind startete er eine Inspektionsrunde um unser Auto und entdeckte einen Versicherungsaufkleber (für WESTAFRIKA!) auf unserer Windschutzscheibe, welcher natürlich abgelaufen war. Mehrmalige Erklärungen unsererseits, dass dieser Aufkleber überhaupt und rein gar nichts mit Namibia zu tun hat, ignorierte der freundliche Beamte geflissentlich und startete das "welches Datum haben wir Heute" Spielchen. Irgendwann Setzte er sich auf die Leitplanke und stierte unser Auto an. Flo setzte sich darauf ebenfalls auf die Leitplanke und stierte den Polizisten (natürlich mit einem Lächeln) an. Nach einigen Minuten merkte der nette Polizist dann, dass wir wahrscheinlich wirklich sehr beschränkt sind und liess uns gehen. Zum abschied meinte er noch, dass er Hunger habe, wir antworteten mit "wir auch..." und fuhren endlich weiter nach Windhoek. Auc hNamibia ist noch ein bischen Afrika ;o)

(Gottseidank entdeckte er nicht auch noch unsere 2008-Schweizer-Autobahnvignette ;o))

Zurück in der Zivilisation fanden wir eine Campmöglichkeit in einem Bagpackers, 5 (schweizerische) Fussminuten vom Zentrum entfernt. (Die Rezeptionsdame vom Bagpackers meinte es seien 15 Minuten ;o))

Einiges mussten wir in Windhoek erledigen, unter anderem die Reissverschlüsse an unserem Dachzelt reparieren lassen und der nächste Ölwechsel bei Tchova stand an. Nach einigen Tagen trafen Peter und Marcia (das Schweizer Brasilianerische Paar mit den Chinesischen Pickup) auch im Box ein. Sie hatten trotz fehlendem Angolavisum keine Probleme in die DRC einzureisen. Irgendwann erhielten wir auch von Jonas und Xenia (CH-D-Paar), welche wir auf der Reise schon einige male getroffen hatten ein SMS. Die beiden waren auf einem Campingplatz etwas ausserhalb der Stadt und warteten dort auf ein Paket aus der Schweiz.

IMG_0524 Sarah lässt sich von Xenia die Haare schneiden

 

Windhoek ist zwar eine schöne Stadt, und bietet vor allem viele Einkaufsmöglichkeiten, doch Jonas's Vorschlag zu einem Wochenendausflug zur Spitzkuppe wurde sofort, einstimmig angenommen. So fuhren wir zusammen eines schönen Vormittags los. Leider Reduzierte sich unsere Sechsergruppe, nach den ersten Kilometern schon wieder auf 4 (Tchova und crew + Jonas und Xenia). Eine riesige Rauchsäule aus dem chinesischen Motorraum Zwang Peter und Marcia (wahrscheinlich wegen der schlechten Sicht ;o)) per Abschleppwagen zurück nach Windhoek.

Die Spitzkuppe ist ein witzig aussehender Berg mit Hochplateau, Felsmalereien aus der ...-Zeit, Wandermöglichkeiten und Achtung, ohne Strom und Wasser!!! ;o)

Hier verbrachten wir das Wochenende mit Wandern, Braaien und Naturgeniessen.

DSC_1366Camp an der Spitzkuppe

IMG_0553 Touris beim Wandern. Aus Löwenperspektive

IMG_0556 Steiler Aufstieg zum Hochplateau

Bushmensparadise3 Ausblick von der Spitzkuppe

IMG_0577 Felsmalereien aus der ...-Zeit

Bushmensparadise1 Ausblick auf's Hochplateau, genannt "bushmens paradise"

IMG_0535 Braai...

IMG_0536...  und Schoggibanane zum Dessert (mit echter Schweizer Schoggi, die Jonas noch im Gepäck hatte, Danke Jonas ;o))

 

Zurück in Windhoek wollten wir nicht mehr direkt in der Stadt bleiben und entschieden uns bei Jonas und Xenia im Elisenheim-Camping zu bleiben. Nachts Saukalt, aber einiges Idyllischer als mitten in der Stadt. Und auch Tagsüber recht spannend, wenn wieder eine Pavianhorde vorbeikam um die Mülleimer zu Plündern.

Hier probierten wir auch zum ersten mal den seit der Schweiz mitgefahrenen Solarzeppelin aus (sponsored by Uli aus Frankfurt, Danke Uli). Und siehe, er fliegt ;o).IMG_0656 In der Wüste wäre es sicherlich Stilechter gewesen und hätte wahrscheinlich noch besser funktioniert, aber er war eben in der untersten Kiste, zuunterst drin...

IMG_0653 Unser Camp mit Jonas und Xenia im Elisenheim

Nachdem das Zelt geflickt, Tchova geserviced und alle anderen todo's erledigt waren, verabschiedeten wir uns von Jonas und Xenia. Die beiden mussten noch auf einen neuen Pass für Xenia warten, da ihr alter fast keine leeren Seiten mehr hatte und die beiden noch die Ostküste hochfahren wollen. Die Wartezeit nutzten sie mit einem Ausflug nach Botswana und wir vereinbahrten, dass wir uns ev. in Capetown wieder Treffen und die Gardenroute zusammen fahren.

Unsere nächste Station war das Gecko Camp. Eine von Schweizern geführte Farm mit Camping- und Lodgemöglichkeit. Zum ersten mal seit Beginn unserer Reise tätigten wir auch eine Reservation, da wir gehört hatten, dass der schönste Stellplatz des Gecko Camps oft ausgebucht ist. so reservierten wir, noch vor der Abfahrt das Hilltop Camp

Uns wurde nicht zu viel versprochen! Das Gecko Camp liegt etwas erhöht vor einem von Bergen umgebenen Plateau und der Hilltop Platz erlaubte uns eine atemberaubende Aussicht auf die Landschaft.

IMG_0699 IMG_0701

Leider verbrachten wir auf dem Hilltop eine weniger atemberaubende (schlaflose) Nacht wegen des Starken Windes der hier oben wehte. Es kam zwar nicht so weit, dass wir ins Parterre (unsere Schlafmöglichkeit innerhalb Tchovas) zügeln mussten, doch hatten wir zwischenzeitlich oft das  Gefühlt bald weg geweht zu werden.

Trotzdem entschieden wir uns noch eine Nacht zu bleiben. Diesmal jedoch bei den etwas Windgeschützteren Zelt-Bungalows.

Wir verbrachten also einen faulen Tag im Gecko Camp. Gegen Nachmittag tuckerte ein Land Rover, mit ZH-Nummer beim Camp ein. Ein freundliches Grüäzi unsererseits wurde jedoch mit schwer englischem Akzent beantwortet ;o). Milan , Louise und Nick (NZ, SWE) waren ebenfalls auf der Westroute unterwegs, jedoch schon länger im Südlichen Afrika. Ihr Begleiter Nick (Kanada) und wohnhaft in Hongkong ist die beiden besuchen gekommen. Alle drei besitzen einen Schweizer Pass ;o).

Da die drei ebenfalls die weltberühmten Sanddünen in Sossusvlei anschauen wollten, entschieden wir uns kurzerhand wieder mal zu einem Land Rover-Toyota Konvoi. Der Glaubenskrieg zwischen den beiden Automarkenfahrern ist in Afrika eher zweitrangig und beschränkt sich auf gelegentliche spitze Bemerkungen ;o)

IMGP2015 Milans und Louises Landy

Im südlichen Teil des Namib Naukluft Parks, da wo eben auch die berühmten Sanddünen sind, gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten innerhalb des Parks. Man ist also als Touri gezwungen Tagesausflüge zu machen und kann für Schw... viel Geld am Rand des Parks auf einem Camping übernachten. Das Parktor wird kurz vor Sonnenaufgang und bei Sonnenuntergang gecshlossen. Die schönste Stimmung an den Dünen ist jedoch genau dann. Also wird man als Touri praktisch zu mehr oder weniger krummen Touren gezwungen, will man sich die schönsten Bilder nicht entgehen lassen ;o) .

Schon ziemlich spät nahmen wir die ca. 60 km vom Camping zu den Dünen unter die Räder und schafften es gerade noch so auf eine kleine Düne rauf, bevor alles Licht weg war.

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IMG_0740  Louise, Sarah, Nick und Milan (vlnr)

Wirklich schöne Bilder gabs leider nicht mehr, da wir wirklich etwas spät dran waren :o(

In Finsterer Nacht fuhren wir dann zurück zum Eingang und waren schon gespannt auf die Reaktion der Parkwächter...

Vor verschlossenem Tor standen wir dann also beim Ausgang. Die Parkwächterin bemühte sich nach einigen Minuten, schlurfenden Schrittes, aus ihrem Häuschen und wies uns freundlicherweise auf die ziemlich offensichtliche Tatsache hin, dass das Tor zu sei. "the gate is closed" was jedoch lesenderweise nicht halb so schön tönt... drum versuchen wir dieses Zitat etwas zu ver "phoneten": "da geet iiz gloosd"

Nunja, welche Entschuldigung bringt man als Overlander vor, wenn man vor verschlossenem Parktor steht? Eine sehr offensichtliche natürlich! man habe sich auf den sandigen Pisten festgefahren und musste einander helfen. Nun waren wir aber in einem Toyota und einem Landy unterwegs. Ihr seht das Dilemma: wer erniedrigt sein Auto und würde zugeben, dass der grösste Konkurrent einem aus der Patsche geholfen hat ;o)

Wie bereits erwähnt ist der Landy-Toyo-Glaubenskrieg unter echten Overlandern nicht so ausgeprägt wie bei Kiesgruben- und Panzerpistenoffroadern. Tchova übernahm also (nur ganz leicht Zähneknirschend) die Rolle des Eingesandeten.

(Es sei hier aber nochmals AUSDRÜCKLICH betont, das weder Tchova, noch der Landy irgendwelche Probleme mit dem Sand hatten) ;o)

Die Dame beim Eingang hatte jedoch keinen Schlüssel für das Tor und musste erst ihren Kollegen, der gerade sein Torschluss-Feierabend-Bier an der Bar genoss, anrufen. Als dieser dann nach einigen Minuten auftauchte begrüsste auch er uns mit den Worten... (ihr habts erraten): "da geet iiz gloosd". Zudem erklärte er uns, dass wir eigentlich eine Straffe zahlen und eventuell sogar vor Gericht müssten. Auf unsere "Toyota hat sich eingesandet und musste von Landy rausgezogen werden" -Geschichte reagierte er mit: er sei nicht da gewesen und könne deshalb auch nicht 100%ig wissen ob wir die Wahrheit erzählen. mit anderen Worten: Er wisse genau, dass dies Blödsinn sei. Er drücke aber ausnahmsweise ein Auge zu und lasse uns raus.

Leider hatte er den Schlüssel für's "Geet", welches "gloosd" war nicht dabei und musste nochmals zurück an die Bar.

Irgendwann schafften wir es dann doch noch aus dem Park hinaus... ;o)

um 05:00 Uhr am nächstem Morgen klingelte unser Wecker. Wir wollten ja den Sonnenaufgang nicht auch noch verpassen. und wir rasten mit über 80 km/h die 60 km zu den Dünen (im Park ist übrigens die Höchsgeschwindigkeit auf 60 km/h beschränkt, da das "Geet" jedoech nur wenig vor Sonnenaufgang aufgemacht wird schafft man es ohne zu rasen nie rechtzeitig... und auch mit über 80 km/h gehört man zu den Langsamen unter den Parkbesuchern.

Unser wahnsinnig frühes aufstehen wurde mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt.

Sossusvley1

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Nach Sonnenaufgang liess der Touristenandrang etwas nach (nur entwas) und wir bestiegen die nun fast leere Sossusvlei-Düne (jede Düne hat einen anderen Namen) und wurden auch hier mit einem wunderschönen Ausblick belohnt.

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Sossusvley2

Und das schönste an einer Dünenbesteigung ist das Runterrennen danach

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Nach einem Späten Zmorgä verabschiedeten wir uns von Milan, Louise und Nick und machten uns wieder auf gehn Süden. Seit langem mussten wir wieder einmal einen Termin einhalten. Iris sollte uns ja am 17. Juni in Kapstadt besuchen und bis dahin waren es noch einige Kilometer! Ein fixer Termin! kaum vorstellbar nach ca. 7 Monaten Afrika ;o)

Also düsten wir mehr oder weniger der Grenze zu Südafrika zu. Und verliessen Namibia mit einigen weiteren wunderschönen Eindrücken und mit dem Wissen, dass wir hier wieder hinkommen.

IMG_1022 Nacht über dem Namtib desert Lodge

IMG_1014 Achtung! Kudus

IMG_1048 ...

IMG_1062 Köcherbäme (heissen so, weil die Buschmenschen die Rinde dieses Baumes zur Herstellung von Köchern verwenden)

 

Südafrika 24.Juni 2009

In nur zwei tagen fuhren wir, mit erwähntem Termin im Nacken ;o) nach Capetown. Tchova benötigte einen grossen Service und andere kleinere Wartungsarbeiten. Dies wollten wir noch vor Iris's Ankunft in Cape Town erledigen.

In der Stadt selbst fanden wir keine Campingmöglichkeit. Etwa 45 Autominuten davon entfernt jedoch entdeckten wir dann ein Plätzchen mit viel Charme. Die Chapmans Peak Caravan Farm.

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Der Name verspricht nicht zu viel! Hier gibt es Kühe, Pferde, Pfauen, Gänse, Enten, X verschiedene Hünerarten, Schweine, Hunde und ab und zu einen Camper. Und das beste ist, der Besitzer der Chapmans Peak Caravan Farm (Chris) sieht aus wie der Samichlaus in den Sommerferien ;o) und ist auch genauso freundlich und Hilfsbereit.

IMG_2562 Chris

Zudem haben wir hier die schönsten Grills auf der ganzen Westroute entdeckt und sogar mobil!

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Die Arbeiten am Tchova konnten wir bei Raphael (Sarahs Bruder) Erledigen lassen. Er arbeitet hier in Cape Town in einer Autogarage. Ein guter Tip übrigens für andere Overlander, die eine zuverlässige Garage in Cap Town suchen.

(Steenberg Motors, Koordinaten: S34° 04.286' E18° 27.664')

Äusserst früh am Morgen des 17. Junis machten wir uns noch ziemlich verschlafen auf den Weg zum Flughafen um unsere Transafrika-Besucherin vom Flughafen abzuholen. Anscheinend wird frühes Aufstehen in Afrika oft belohnt und wir hatten auf dem Weg in die Stadt einen Herrlichen Ausblick über Cape Town bei (fast) Night.

CT_by_night1

Natürlich hätten wir nicht so früh aufstehen müssen. Da Iris' Gepäck irgendwo in London hängengeblieben war hätten wir ruhig noch eine Stunde länger schlafen können ;o).

Nach verlassen des Flughafens, inkl. Iris, aber ohne Gepäck, mussten wir also als erstes einen Schlafsack besorgen. sonst wäre unsere Besucherin wahrscheinlich schon in der ersten Nacht erfroren. Sehr froh waren wir über die von Xenia gesponserte Dackelgarage (ein  winziges Einfrau-Zelt) welches wir für unseren Gast sehr gut brauchen konnten. Solange es nicht Regnete jedenfalls ;o)

(Danke Xenia)

IMGP2025 Iris und Sarah beim Aufstellen der Dackelgarage

Die geeignete Schlafunterlage für unseren Gast hatten wir natürlich auch dabei und bliesen sie auch für Iris auf (das erste mal wenigstens ;o))

 

IMGP2028 Happy Camping ;o)

 

Einige Tage verbrachten wir, nun also zu dritt, noch in Cape Town. Sarah hatte nun endlich ein Shopping-Gschpöönli, welches etwas mehr Ausdauer besitzt als Flo. Bei einen Besuch bei Raphaels Host Family zeigte uns Derik dann auch, wie man auf Südafrikanisch Braait. Wir durften eine Echte CapeTown Spezialität, einen Fisch (Snouk) probieren (sieht aus wie ein Barakuda).

DSC01578 (1) Derik

DSC01587 Klint

DSC01585 Iris, Raphael und Megan (vlnr)

 

Als dann die Arbeiten am Tchova erledigt und alle Ersatzteile bestellt waren konnte es endlich losgehen. Zusammen mit Iris wollten wir das erste Ziel unserer Reise, den Südlichsten Punkt Afrikas erreichen und danach die Gardenroute bis nach Port Elisabeth und die Nationalparks auf dem Weg dorthin besuchen. So fuhren wir eines Morgens los (nicht zu früh ;o)) Richtung Cape Agulhas (der Name wurde vom Portugisischen Agulha (Nadel) abgeleitet, da anscheinend ab  diesem Punkt die Kompasse auf den Schiffen wieder ordnungsgemäss funktionierten)

Und wir haben es geschafft!!!!!

Nach 25'194 km tuckerte unser Tchova zum Südlichsten Parkplatz Afrikas. Zum Südlichsten Punkt selbst mussten wir leider Laufen, da dort keine Autos erlaubt sind. Für uns hätten sie aber eine Ausnahme machen sollen:o(

IMG_1068 der Südlichste Parkplatz Afrikas

(Danke Tchova, du hast uns gut hier her gebracht!)

Einige Minuten mussten wir auf ein Tourifreies Fenster warten, damit auch wir (die es ja wirklich verdient haben hier Fotos zu machen!!! ;o)) unsere obligaten Fotos machen konnten.

IMG_1072 Wir hatten sogar an den Champagner gedacht, leider mit Schraubdeckel ;o)

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Weiter ging es Tags darauf entlang der Garden Route Richtung Osten bis nach Knysna. Da legten wir einen Ruhetag ein.

Unser erster Touri Zwischenstop war im Elephant Sanctuary von Plettenberg Bay. Eine Mischung aus Auffangstation und Streichelzoo für die grossen Dickhäuter. Und trotzdem sehr eindrücklich, mal so hautnah neben einem grauen Riesen zu stehen!

Elefanten

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Nach dem einstündigen Elefantenbesuch inkl. Fütterung von Süsskartoffeln Machten wir uns weiter entlang der Gardenroute Richtung Osten. Im Tsitsikama Nationalpark übernachteten wir auf einem schönen Campingplatz direkt am Meer. Mit Baden war hier leider nichts. Erstens ist das Meer ,für Sarah und Flo jedenfalls sowiso zu kalt und zweitens lies die hohe Brandung einen Schwumm im wirklich kalten Wasser sowieso nicht zu.

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Iris genoss jedoch eine schöne Nacht mit Meeresdröhnen (Rauschen wäre etwas untertrieben) und Tags darauf fuhren wir, nach einem ausgiebigen Frühstück weiter. Nächste Station war der Addo Elephant Park. Nein, nicht nochmals ein Streichelzoo für Dickhäuter sondern echte Safari ;o)

Schlafen mussten wir leider ausserhalb des Parks auf einem nahegelegenen Campingplatz, da die Camps innerhalb alle ausgebucht waren. So ging es früh (schonwieder!) los, um den Safaritag im Addo voll auskosten zu können. Unter Südafrikanern wird dieser Park auch als Warthog (Warzenschwein) Park bezeichnet was durchaus seine Berechtigung hat. Von den lustigen Gesellen sieht man erstaunlich viele und nach der ersten Stunde Warthogfüddli schauen fragten wir uns langsam ob es nicht noch andere Tiere in diesem Park gibt...

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Doch unsere Geduld wurde belohnt, wir genossen einen herrlichen Tag afrikanischen Wildlive und einem sehr spannenden Moment als wir eine der abgelegeneren Pisten im Park befuhren. Besagte Piste war mit einer Kette abgesperrt, ein kleines Schlid warnte: "high clearance vehicles only!" (nur für Fahrzeuge mit hoher Bodenfreiheit). Haben wir doch... und los gings auf den schmalen Track. So beim fahren überlegten wir uns, dass hohe  Bodenfreiheit wahrscheinlich auch 4x4 bedeutet. Nun hat unser Tchova aber manuelle Freilaufnaben. Will heissen: braucht man den 4x4 muss man zuerst aus dem Auto raus und die Freilaufnaben (manuell) blockieren. Nach mehreren von folgenden Warnschieldern:

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überlegt man es sich natürlich zweimal, ob man wirklich aus dem Auto aussteigen will... Doch Steckenbleiben ist in der Regel mit längeren Aufenthalten ausserhalb des Fahrzeuges verbunden und so musste Flo halt einige Sekunden ums Auto rennen.

Kaum wieder im Tchova überquerte ein afrikanischer Büffel ca. zwei Meter hinter Tchova die Strasse (Büffel gehören zu den agressiveren Tieren und haben zwar noch keinen Touristen Aufgefressen, aber doch schon einige übel zugerichtet....)

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Naja, den 4x4 hätten wir nicht gebraucht, und die Bodenfreiheit eines tiefergelegten Porsches hätte auch ausgereicht ;o)

Ab diesem Moment hörte es dann auch auf mit "nur" Warthogfüddli.

IMG_1367 Kudu-Frau

IMG_1570 Kudu-Mann

IMG_1347 Red Hartebeest

IMG_1586 Straussen

Und Natürlich:

IMG_1519 Elefanten

Diesmal in freier Wildbahn!

IMG_1536 gross...

IMG_1605 ... und klein

 

Hier noch ein funny fact aus dem Addo NP: der Mistkäfer ist eine geschützte Spezies und im Addo anscheinend oft anzutreffen. Da der kleine Krabbler seine Eier vorzugsweise in Elefanten-, manchmal auch in Büffelducg ablegt ist es im Park verboten über Dunghaufen zu fahren.

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Nach dem ereignisreichen Tag im Addo Elephant NP führte uns unser Ausflug mit Iris langsam wieder zurück Richtung Kapstadt.

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Natürlich versuchten wir auch unsere Rückfahrt möglichst ereignisreich zu gestalten und wir besuchten einige weitere Touristenattraktionen nahe Plettenberg Bay. In nur einem Tag (was für ein Stress für die beiden Transafrikafahrer) besuchten wir eine Raubkatzenaufzuchtstation, eine Affen- und eine Vogelauffangstation.

In der Tenikwa Raubkatzenzuchtstation:

IMG_1660 Jung-Cheetah

IMG_1737 Serval

IMG_1781 Caracal

IMG_1867 Alt-Cheetahs beim schmusen

Im Monkey World:

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IMG_1999

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Und im Birds of Eden:

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Sarah und Flo erhielten einen freiwilligen Führer in der Vogelauffangstation ;o) Sarahs Kakadu verabschiedete sich beim verlassen des Areals mit einem liebevollen biss ins Ohrläppchen ;o)

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Die mit Abstechern fast 2000 km lange Tour mit Iris fand ihr Ende wieder beim Samichlaus in der Chapmans Peak Caravan Farm. Einige Dinge hatten wir uns jedoch noch für den Schluss aufgehoben. So holten wir den schon Lange fälligen Besuch des Kaps der guten Hoffnung mit Iris nach.

IMG_2256 Sarah und Flo am Kap der guten Hoffnung

IMG_2260 same same but different ;o)

IMG_2262 Tchova am Kap

IMG_2235 Cape of good hope (auf Englisch zur Abwechslung)

Anmerkung: Auch hier mussten wir uns hinten anstellen um die obligaten Bildchen knippsen zu können. Nach drei Bussladungen voller Japaner, Deutscher, .... durften wir dann auch unsere EHLICH VERDIENTEN Fotos machen ;o)

Eindrücke vom Kap:

IMG_2281;o)

cogh IMG_2282

 

Ein Besuch im Capetowner Aquarium rundete Iris' Besuch bei uns ab. Und dieses Aquarium ist im Gegensatz zu dem in Swakopmund echt der Hammer!

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Man hat uns zwar gesagt, dass das in Durban noch besser sei... wir werden sehen ;o)

Am abend des 17. Juli mussten wir uns dann schon von Iris trennen.

Hallo Iris, wir hoffen dein Besuch bei uns hat dir ebenso gefallen wie uns. Und dass du einen kleinen Einblick ins Transafrikaleben bekommen hast. Viel Erfolg bei deinen eigenen Reiseplänen, ob durch Afrika, Südamerika oder sonstwo... und hier ein kleines Versprechen: "Wir kommen dich dann auch besuchen!

Dankä für dis Bsüächli.

Auch von dir Lieber Blogleser möchten wir uns bis zum nächsten Eintrag verabschieden. Wenn du dann erfährst, wie wir Jonas und Xenia wieder getroffen haben, was Kapstadt sonst noch zu bieten hat und wie wir uns endlich auf den Weg zu unserem Hauptziel der Reise aufmachen: Moçambique (wir kommen!)

 

Abraço grande Sarah, Flo und Tchova

Montag, 25. Mai 2009

Brandberg Restcamp Uis (Namibia) 25.05.2009

Lang ist's her seid ihr etwas neues über unsere Transafrika lesen konntet. Nun, endlich, nach 5 Ländern ist es so weit...

 

Letztes mal habt ihr uns bis Yaoundé verfolgt wo wir wieder einmal auf Visashoppingtour mussten. Die beiden fehlenden Visas für Gabon und DRC hätten wir innerhalb einer Woche haben sollen. Leider hatten wir völlig vergessen, dass Ostern war und so deponierten wir unsere Pässe bei der Gabonotbschaft im wissen, dass es wohl etwas länger dauern würde. Doch mit dem, was schlussedlich mit unseren Pässen geschah hatte keiner von uns gerechnet. Als wir am Dienstag bei der Gabonbotschaft erschienen, natürlich schon früh Morgens, um unsere Pässe inklusive Visa abzuholen, teile uns der freundliche Botschafteingangsbeamte mit, dass unsere Pässe noch nicht fertig seien. Wir sollen um vierzehn Uhr nochmal kommen, dann sei alles bereit. Die Wartezeit liessen wir, richtig schweizerisch, nicht ungenutzt. So machten wir uns auf den Weg zur 500 Meter entfernten DRC-Botschaft um die Formulare für die Visabeantragung zu beantragen. Hier wollte uns der freundliche Botschafteingangsbeamte der DRC zuerst nicht einlassen weil wir uns nicht ausweisen konnten. Nach gutem Zureden liess sich der alte Herr erweichen und liess uns ein. Als glückliche Besitzer der Formulare und gestärkt mit einer kühlen Cola machten wir uns auf den Weg zurück zu den Gabonesen. Hier erklärte man uns, wir sollen uns noch einen Moment gedulden und bitte draussen Platz nehmen (auf offener Strasse in praller Sonne). Was wir artig ohne zu murren taten. Sehr langsam verstrichen die Stunden, auf mehrmaliges Fragen nach den Pässen erhielten wir stets die Antwort, Geduld, es sei gleich soweit. Als es langsam dunkel wurde, wurden wir nach Hause geschickt, mit dem Versprechen morgen früh seien die Visas fertig. Enttäuscht zogen wir ab, hatten jedoch immer noch die Hoffnung, bis zum Freitag beide Visas zu haben, denn ein DRC-Visum wird in Yaoundé innerhalb von 72 Stunden ausgestellt. Tags darauf fanden wir uns abermals in der Früh vor der Botschaft ein. Wieder nahmen wir artig Platz auf der Bank am Strassenrand und warteten. Und warteten. Und warteten...

Wie tags zuvor erhielten wir stets die Aufforderung uns noch etwas zu gedulden. Die Zeit nutzten wir um die Antragsformulare der DRC auszufüllen und Kopien zu machen. Als es 19 Uhr war, schickte man uns nach Hause. Jedoch nicht ohne das Versprechen, Morgen sei es garantiert soweit.

Der dritten Tag vor der blöden Botschaft verlief ganz genau nach dem selben Schema. Mit dem Unterschied, dass uns der Botschafteingangsbeamte kurz vor 16 Uhr seine Telefonnummer gab. Er erklärte uns wir, sollen ihn nach 18 Uhr anrufen und fragen ob die Pässe bereit sind. Wir nutzten den angebrochenen Abend und gingen auf einen Drink in eine kleine afrikanische Bar. Dort lernten wir Mike und Jean-René kennen. Eine elsässisch-holländisches Paar, die seit einem halben Jahr in Kamerun waren. Die beiden waren mitten in den Vorbereitungen eine Krokodilfarm im tiefsten Congo aufzubauen. Mit ihnen verbrachen wir einen lustigen, spannenden Abend. Vergassen jedoch nicht, den Gabonesen anzurufen und nach unseren Pässen zu fragen. Mit einer mündlichen hunderprozentigen Garantie morgen unsere Pässe zu erhalten machten wir uns müde auf den Weg zurück zur Mission.

So brach der vierte Morgen an, nach dem Frühstück entschieden wir uns sicherheitshalber den freundlichen Botschafteingangsbeamten nochmals anzurufen. Nachdem dieser uns wieder auf den fogenden Tag vertrösten wollte, haute es Flo schliesslich den Nuggi raus. Wir gingen schnurschtraks zur schweizer Botschaft. Auch die wollten am Eingang, dass wir uns ausweisen. Nach kurzer Erklärung warum dass nicht möglich sei, liessen sie uns ein. Die Frau Botschafterin kam uns Persönlich begrüssen. Nachdem sie unsere Geschichte hörte, versuchte sie die Gabonesen anzurufen. Ohne Erfolg. Kurzentschlossen packte sie uns in ihr Botschaftsmobil mit privatem Fahrer. Mit Pomp fuhren wir direkt in die Gabonbotschaft rein. Ohne auf den protestierenden Botschafteingangsbeamten zu achten, marschierte Frau Konsul CH zu Frau Konsul Gabon. Fünf Minuten später waren wir im glücklichen Wiederbesitz unserer Pässe inklusive Visa.

Gleichen Tags gaben wir unsere Pässe mit einem mulmigen Gefühl auf die DRC-Botschaft. Später trafen wir uns mit Mike uns J.R für einen Ausflug auf den Mount Febe. Ausgiebig genossen wir den Ausblick über die Stadt Yaoundé.

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Am Abend, Flo und J.R waren müde und blieben zu Hause, wollten Harm, Mike und Sarah auf Hosen suche für Harm gehen. In einer Bar warteten wir auf den Strassenverkäufer. Allerdings war gerade sein Freitag und er erschien nicht. So wurde es dunkel und wir waren immer noch ohne Erfolg. Unterdessen begann sich Flo langsam Sorgen zu machen. Wir jedoch, nichts ahnend, trafen noch einen Freund von Mike und verquatschten uns in einer anderen Bar. Viel zu spät gingen wir zurück zur Mission. Kein Flo da, jetzt bekam auch Sarah Schiss. Harm fand schliesslich ein Zettel auf dem stand, dass Flo sich solche Sorgen machte, dass er uns suchen ging. Er fuhr mit einem Taxi zu J.R., was gar nicht so einfach war, da er die Adresse nicht hatte. Zusammen fuhren sie zur Polizei um nach drei Weissen zu fragen, die ohne Pässe unterwegs waren. Die freundlichen Beamten konnten ihnen nicht weiter helfen und sagten, dass man falls die drei Verschwundenen nicht bis 12 Uhr zurück seien, eine Vermisstenanzeige machen müsse. So gingen die beiden erst mal Znacht essen. Danach gingen sie zurück zur Mission um eine allfällige Rückkehr der Vermissten zu überprüfen. Und siehe da, sie waren zurück. Wütend stampfte Flo in die Garage. Nach einem Donnerwetter und einer Zigarette beruhigte sich die Situation langsam wieder und wir gingen schlafen.

Den folgenden Tag verbrachten wir mit Tchova flicken, was uns mit Glück nur 10`000 CFA statt 140`000 CFA gekostet hat. Dafür wurde die Arbeit an einer Tankstelle statt in der Toyotagarage gemacht.

Auch eine Pirogenfahrt mit einer ganzen Schar Freunden und Bekannten von Mike und J.R verkürzte uns die Wartezeit auf das DRC-Visum.IMGP1613 

IMGP1573

 

Beim Rumkurven in der Stadt, wars dann soweit!IMGP1628Tchova ist nun über 200'000 km jung!!!

 

Endlich, nach 2 Wochen in Yaoundé hatten wir all unsere Visa für die weiterreise beisammen. Leider blieb uns durch die ganze Gabonvisageschichte nicht mehr viel Zeit in Kamerun. Und so verabschiedeten wir uns eines Morgens von Harm und seinem Töff. Nicht jedoch, ohne abends zuvor von ihm (Harm, nicht dem Töff) bekocht zu werden.

IMGP1540 Harm am Werk

 

Die nächste Station unserer Reise war das nur wenige Kilometer entfernte Mbalmayo. Die kleine Stadt, wo Elisa im Alter von 24 Jahren Schule gab. Wir wollten hier den Spuren von Mama-Flo nachgehen und schauen ob noch etwas aus den alten Tagen übrig geblieben ist.

Von Elisa wussten wir lediglich den alten Namen der Schule. Das Lice mixte, welches heute Lice bilingue heist fanden wir schliesslich mit Hilfe eines Mopedtaxis.

IMGP1660 

Lice_pano_1

Lice_pano_2(Liebe Elisa, deine Schule ist sehr gewachsen)

Bei der Schule angekommen fragten wir uns bis zum Rektor durch und erzählten ihm unsere Geschichte.

 IMGP1659 der Rektor Mr. Anoine Etoundi

im Rektorzimmer fanden wir auch den ersten Beweis, dass wir am richtigen Ort waren.

IMGP1634Eine Tafel, auf der steht, in welchem Jahr, wer Rektor war und wie die Schule damals hiess.

Obwohl Mr. Etoundi sehr viel zu tun hatte, er war gerade dabei die Schülerausweise von ca. 1000 Schülern zu unterschreiben. Half er uns bei den Nachforschungen. Leider fanden wir niemanden, der sich noch an Madamme Elisabeth erinnern konnte. Doch Monsieur Etoundi beauftragte seine Sekretärin im Archiv nach alten Dokumenten zu suchen, in welchen wir ev. eine Spur von Elisa finden könnten.

Das Archiv erwies sich eher als Gerümpelkammer. Zwischen alten Schulbänken und vergilbten Büchern waren jedoch auch alte Akten, teils in Schränken, teil auf dem Boden verstreut, zu finden.

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Archiv, Bibliothek und Gerümpelkammer

IMGP1640 Kamerunische Archivierungskunst in ihrer Vollendung

 

Irgendwann fanden wir dann ein altes, verstaubtes Notenbuch aus 1972. Die Spannung stieg ins unermessliche und schliesslich fanden wir eine wohlbekannte Unterschrift.

IMGP1645

Wirklich schade, dass wir niemanden gefunden haben, der sich noch an Elisa erinnern konnte. Doch es war ein sehr schönes Erlebniss, nach so langer Zeit, einen kleinen Fussabdruck von Mama inmitten Afrikas zu finden.

Die Nacht verbrachten wir ebenfalls in Mbalmayo in einer Katholischen Mission und fuhren am nächsten Tag weiter Richtung Gabon.

Mittlerweile machte uns der Regen etwas sorgen, denn es verging kein Tag, an dem es nicht mindesten einmal wie aus Kübeln regnete.

Bei einem kleinen Einkaufsstopp in Ebolowa fanden wir in einem Supermarkt folgendes (und dies ist kein Witz, oder aus dem Internet heruntergeladenes Foto ;o))

IMGP1662 IMGP1663

Man sollte diese Fotos für teures Geld an Migros verkaufen ;o)

 

Gabon 24. April 2009

Die Grenze Ambam-Eboro war langweilig, nichts los. Die Formalitäten waren bald erledigt, den Stempel in Pass jedoch gab's erst 30km nach der Grenze im nächsten Kaff. Da mussten wir erst mal auf den Beamten warten, da der Herr beim Mittagessen war. Nach einer Stunde war auch das erledigt und wir konnten legal weiter fahren.

In Oyem verbrachten wir eine Nacht, wieder in einer Mission. Duschen durften wir im Badezimmer eines Angestellten, der uns sogar heisses Wasser für die Eimerdusche gekocht hatte! Wenn da nicht das Wetter für eine unvergessliche Schüttelnacht gesorgt hätte, wäre dieser Aufenthalt nicht so speziell gewesen. Geregnet hat's wie aus Eimerduschen und dies horizontal. So gestürmt hat's, dass unser Bett im Zelt auf dem Dach vom Tchova so gerüttelt und geschüttelt wurde, dass wir uns fühlten wie in einer Waschmaschine. Allerdings blieben wir erstaundlicherweise fast komplett trocken.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Lambarene, wo Albert Schweizer sein Leprahospiz aufgebaut hatte. Auf einer wunderschönen Teerstrasse war es plötzlich soweit. Ein Schild am Strassenrand wies uns freundlicherweise darauf hin, dass wir den Äquator überqueren.IMGP1687

 

IMGP1686Das GPS bestätigte die Tafel

Etwa einen Kilometer nach der Überquerung des Äquators wurde aus der wunderschönen Teerstrasse eine Schlagloch verseuchte Piste, die sich jedoch bald darauf wieder verbesserte. So erreichten wir am frühen Nachmittag Lambarene.Einen schönen Platz fanden wir, welch wunder, bei einer Katholischen Mission.

In dieser Nacht erlebten wir unseren zweiten unvergleichlichen Gewittersturm. Unsere Sorgen über die Weiterreise und den Strassenzustand wuchs. Hier mussten wir uns entscheiden auf welchem Weg wir in den Congo beziehungsweise nach Angola einreisen wollten. Zur Debatte standen zwei Alternativen. Variante eins, von Lambarene direkt nach Süden und somit über Cabinda nach Angola. Oder Variante zwei, Richtung Osten über Franceville nach Brazzaville, Kinshasa nach Angola. Die erste Route bietet den Vorteil kürzer zu sein mit kleinen ruhigen Grezübergängen. Aber Cabinda ist eine Exklave Angolas in DRC. Bedeutet, dass man zweimal in Angola einreisen muss. Wodurch unser Fünftagestransitvisa für Angola schon in Cabinda angebraucht werden würde. Zudem wussten wir von anderen Reisenden, dass die direkte Piste ca 550km nach Süden im Regen praktisch unpassierbar sind. Variante zwei bietet den Vorteil, dass wenigstens die Strecke bis an die Grenze zum Congo gut ausgebaut ist und lediglich ca 200km auf der congolesischen Seite schlecht bis unpassierbar sind. Zudem hörten wir, dass eine neue geteerte Strasse, welche den Congo mit Francville verbindet in Arbeit ist (Natürlich von den ubiquitären Chinesen). Der Rest der Strecke bis Brazzaville, so wussten wir, ist geteert. Nachteil ist, die berühmt berüchtigte Grenze zwischen Brazzaville (Congo) und Kinshasa (DRC). Dieser Übergang bietet Stoff für so manche Horrorstory unter Reisenden. Da wir genug vom Regen und Matsch hatten, entschieden wir uns relativ schnell für die Francville-Brazzaville-Kinshasa- Route. Unsere Erfahrung hatte gezeigt, dass viele Storys halb so wild sind und es sich lohnt sich selbst ein Bild zu machen. So verbrachten wir noch einen Tag in Lambarene mit Tchovapflege und einem Besuch im Albert Schweizer Hospiz.

IMGP1694 Nobelpreis

IMGP1706 Operationssaal

IMGP1710 Zahnartztstuhl, Bohrer mit Fussbetrieb!

IMGP1705 Ersatzteillager

IMGP1698 Dialysepumpe mit Handbetrieb!

Unheimlich das ganze, und ich muss schon sagen, ich bin glücklich nicht hinhalten zu müssen!!!

Das Spital wird heute immer noch betrieben. Mit dem Museum wird lediglich ein bisschen Geld dazu verdient. Die Lage ist unglaublich schön.

IMGP1703 Direkt am Fluss

Zurück nach Alèmbé, die Kreuzung nach Osten genommen führte uns der Weg Richtung Francville. In Lopé übernachteten wir nach einem Tag traumhafter Pistenfahrt. Der Nachtwächter des Motels erzählte uns am nächsten Morgen von einem schweizer Paar, die im nahegelegenen Luxus-Hotel übernachteten. Die zwei seien ebenfalls auf dem Weg nach Süden. So fuhren wir los, in die verkehrte Richtung, die zwei suchen. Schon bald kam uns ein Pick-Up entgegen mit algerischen Nummernschildern. Hmm... Sieht nicht nach Overlandern aus, aber sie halten und wir natürlich auch. Der Peter spricht uns auf züüridüütsch an, Marcia, ursprünglich aus Brasilien, wird von Flo mit einem bom diaz begrüsst. Bello schaut neugierig aus dem Beifahrerfenster. Keine langen Reden, entschieden wir uns die lange Strecke nach Brazza gemeinsam zu meistern.

IMGP1770 Konvoi

Weiter ging's ohne Zwischenfälle über Francville nach Lékoni auf einer guten Piste und Strasse.

IMGP1768 Wie Autobahn

IMGP1736 Gabon ist wunderschön

IMGP1672 Leider bleibt auch der gabonesische Urwald nicht von der Ausbeutung verschont! Regelmässig fährt man an Riesenlastern vorbei, welch mit Tropenholz beladen sind.

Unmittelbar nach dem gabonesischen Grenzposten wird aus der Autobahn eine Tiefsandpiste. Über diese erreichten wir die Grenze zum Congo. Welche die schönste und friedlichste auf unserer bisherigen Reise war. Mitten im Nirgendwo standen gemütliche Afrohütten mit wunderschönen geflochtenen Stühlen. Die Beamten scherzten und plauderten mit uns, womit das ganze wieder mal sehr zeitintensiv wurde. Aber man hat ja als solch abgelegener Grenzbeamter nicht alle Tage soviel spannende Pässe in de Hand.

Congo 28. April 2009

Jetzt beginnt das Matschabenteuer! Frohen Mutes fuhren wir vom congolesischen Grenzposten los. Die tiefsandige Piste hielten wir für gar nicht so schlimm. Bald wurden wir eines besseren belehrt, die Spurrillen wurden immer tiefer. Der Sand immer nasser und schwerer. Peters Chinese, der ziemlich niedrig ist hatte immer mehr Mühe. Nicht lange ging's und er blieb stecken indem er auffuhr. Die Räder in der Luft, das Diff aufgebockt, doch auch hier ging's relativ rasch weiter. Mit Tchovas Zugkraft und unserer Schaufelmuskelarbeit manövrierten wir uns immer wieder raus. Da kamen uns die Schlammlöcher und Wasserlachen in den Weg.

IMGP1782Wie am besten?

Im Schlamm hatte nun Tchova den Nachteil, ziemlich schwer zu sein. Wenn Peter noch über die kritischen Stellen mit Schwung und Anlauf durch kam, waren wir zu schwer und mit nicht zuviel Leistung ausgestattet. Es ging nicht lange bis auch wir in einem harmlos aussehenden Loch stecken blieben.

IMGP1774 

Beste Gelegenheit die Winde in Action zu bringen. Baum gesucht, gefunden, Seil drum, wutsch... Mitsamt Wurzeln ausgezogen. Hmm... Okay, zweiter Baum gesucht, gefunden. Aber dummerweise von einem riesigen Ameisennest besetzt. Nach langem versuchen von Flo, bezahlt mit unzähligen Bissen, musste er dies aufgeben. Wir wussten nicht mehr weiter, da kamen uns Einheimische zur Hilfe. Zeigten uns Greenhorns erst mal wie man ein Auto aus dem Schlamm befreit.

IMGP1776 So simpel ist die Lösung, Wasser abslassen! Und frei schaufeln...

IMGP1779 Sie zeigten uns auch eine Umleitung durchs Dorf, wo die Strasse in besserem Zustand war.

IMGP1784 Tja... Der Tag nahm seinen Verlauf. Wir arbeiteten uns langsam vorwärts.

Als es schon langsam dem späten Nachmittag zuging, schlammten wir uns so böse ein, dass wir kein einziges Foto machten. Tchova stand das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Völlig schräg stand er in einem See. Um auszusteigen mussten wir die Schuhe ausziehen und die Hosenbeine ordentlich hoch krempeln. Zu allem Übel wurde es wirklich langsam dunkel, die Luft surrte vor Moskitos. Peter wollte uns helfen kommen (er fuhr voraus). Er suchte eine Stelle, an der er wenden konnte. Auf dem Weg uns zu helfen blieb schliesslich auch er Stecken. Was uns schlussendlich rettete, das wussten wir aber noch nicht. Tchova stand an einer Stelle, die so breit war, dass die Lastwagen links an uns vorbei fahren konnten. Der erste versuchte uns noch raus zuziehen, wobei unser Bergegurt riss. Auch versuchten wir es mit der Winde. Auch die riss. Dann fuhr der Laster einfach weiter, weil ihm die Angelegenheit zu lange dauerte. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wir waren müde von der ganzen Schufterei, es dunkelte und wir sahen keine Möglichkeit uns zu befreien. Mental stellten wir uns schon darauf ein eine Nacht im schrägen, bewässerten, dreckigen Tchova mitten im Dschungel zu verbringen. Aber! Da Marcia und Peter ein paar Meter weiter die Strasse blockierten, mussten die Laster sie raus ziehen um weiter fahren zu können. Wie gesagt, was uns rettete. Grins... Schlussendlich waren wir alle wieder frei, raus gezogen von den Strassenarbeitern in den Lastwagen. Sie sagten uns, wir sollen ihnen bis Okoyo folgen. Falls wir wieder ein Problem hätten, würden sie uns helfen. Natürlich fuhr Peter sich schon bald wieder fest, auf unser Hupen und Lichtzeichen reagierte keiner. Sogar der Alarm der schweizer Polizei half nichts. So steckten wir wieder einmal, eher in einem Fluss als auf einer Piste. Da wir die Strecke blockierten, mussten uns die bald folgenden LKW zwangsweise raus helfen ;o).

Als wir dann ein mehr oder weniger trockenes und ebenes Plätzchen fanden, schlugen wir unser erstes Congo-Nachtlager direkt neben der Piste auf.

Früh machten wir uns auf den Weiterweg. schon nach 2 km erreichten wir Okoyo. Ein Einheimischer gestikulierte am Dorfeingang wild mit den Händen und brachte uns zum Halten. Er erzählte irgendetwas von einem Franzosen, der uns sehen wolle...

Wir stellten uns vor, es sei vielleicht ein anderer Overlander, der eine Konvoigelegenheit suche. So fuhren wir zu einem schönen Anwesen und trafen schliesslich Michel. Kein Overlander, sonder ein Überwacher der Strassenarbeiten (die Chinesen sind tatsächlich daran, eine neue Teerstrasse zu bauen. Leider merkten wir von dieser Arbeit lediglich, dass die Piste, wegen des Schwerverkehrs noch schlechter war ;o) )

Michel sitzt seit einigen Monaten mitten im Congo und beaufsichtigt, wie gesagt die Strassenbauarbeiten. Er hatte von Overlandern gehört, welche durch Okoyo fuhren, jedoch nie die Gelegenheit gehabt, mit ihnen zu sprechen. Wir merkten bald, das sein Job relativ einsam ist und er sich über einen Besuch von Bleichgesichtern sehr freute. So entschieden wir uns für eine Nacht zu bleiben und das Zimmer mit Klimaanlage, drei Mahlzeiten am Tag und Michels Gastfreundschaft zu geniessen.

PIC_0092 Von Roger, dem Koch, wurden wir richtiggehend verwöhnt!

 

Aus der einen, geplanten Übernachtung wurden schlisslich drei. Wäschewaschen, Autopflegen, fein essen und interessante Gespräche mit Michel liessen uns die Strapazen der ersten hundert Congo-Kilometer schnell vergessen.

(Koordinaten für Reisende:S1 28.443 E15 04.047, Michel freut sich sehr!)

IMGP1796 Peter mit Analsserproblemen. Das gute Teil war voller Schlamm und musste erstmal gereinigt werden.

 

Schweren Herzens nahmen wir am vierten Morgen Abschied von Michel und seiner Belegschaft.

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(UN GRAND MERCI A MICHEL!!!!!!)

 

Weiter ging es also die restlichen 100 Kilometer bis zur Teerstrasse. Zuerst noch mit Eskorte von einem von Michels Mitarbeitern! Danach ohne Probleme.

Die Chinesen waren gezwungen, die Piste auszubessern, da ein Besuch des Präsidenten anstand ;o)

Auf der relativ guten Strasse fuhren wir dann mit Zwischenstopp in Gamboma nach Brazzaville. Hier fanden wir im Restaurant "le Hipocampe" Unterschlupf. Dieses Restaurant wird von einem Franzosen (Olovier) geleitet, der vor einigen Jahren, auf einer Velo-Transafrika, in Brazza hängen blieb.

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Da dies ein bekannter Overlanderplatz ist trafen wir bald andere Reisende. So stiessen zu uns:

IMGP1851 Tanja und Kim (ein Deutsches Paar auf dem Weg nach Norden),

IMGP1838 Hannah und Willieam (ein englisches Paar auf dem Weg nach Süden)

IMGP1846 und Isabella und Camil (Polen, ebenfalls auf dem Weg nach Norden).

Flos Geburtstag stand an, die Flüsterei ging los, sobald Flo aufs Klo ging. Die Engländer wollten das Frühstück mit Gipfeli und Kaffee organisieren. Sarah kaufte eine Flasche Whiskey, die wir nach zwölf Uhr aufmachten und anstiessen.

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So verbrachten wir einige schöne Tage mit Geburtstagsfeier, Geplauder und Informationsaustausch in Brazzaville. Zudem bedurften Tchova und Peters Chinese einiger Reparaturen. Diese wurden von Oliviers Mechaniker (des Vertrauens) mehr oder weniger Abenteuerlich durchgeführt.

Auch eine Autowäsche für Tchova stand wieder einmal an. So suchten wir eines Tages, zusammen mit Kim eine Hochdruckautowaschanlage. Diese fanden wir schlussendlich auch mit Hilfe eines Autowäschers (ohne Hochdruck).

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Hochdruck hatten wir gesucht und Hochdruck haben wir gefunden. Leider so hoch, dass die lieben Autowäscher den Unterbodenschutz weghochdruckten und zum Teil sogar das Blanke Metall hervorkam. Nunja, wenigstens waren die Autos danach WIRKLICH sauber!

Nach der Autowäsche hatten wir keine Entschuldigung mehr, die Grenze vor uns her zu schieben. Wie schon erwähnt hatten wir etliche böse Geschichten darüber gehört. Sie reichten von Beschlagnahmung sämtlicher Dokumente bis zu zurückprügeln auf die Fähre... Anscheinend immer bei Overlandern, welche noch kein Angolavisum hatten. Nun, wir hatten ja ein Angolavisum und waren deshalb guten Mutes. William und Hannah fuhren mit uns (ohne Angolavisum). Jedoch liessen sie sich einiges einfallen. Sie kreierten eine Quittung für eine nicht existierende Verschiffung ihres Autos von Matadi (DRC) nach Windhoek (Namibia).

Fotos sind im Congo eigentlich überall verboten, vor allem an Stellen wo es offizielle Gebäude, Polizei oder Militärs hat. Doch Will und Hannah haben in ihrem Auto eine gut versteckte Videokamera installiert und so konnten sie fast die ganze Grenzüberquerung filmen. Leider rechneten wir nicht mit ein, dass diese Grenze durchaus acht Stunden in Anspruch nehmen kann und so ging der Kamera auf halber Strecke der Speicherplatz aus :o). Nichts desto Trotz sind wir nun im Besitz einzigartiger Bilder der Grenze Brazzaville-Kinshasa.

 

Die Grenze ist mit einem einzigen Wort gut zu beschreiben: "CHAOS". Auf der Congo Seite mussten wir uns von einer Lagerhalle zum nächsten Bretterverschlag durchfragen, bis wir endlich alle Stempelchen, Papierchen und Fährtikets hatten. Freundliche Helfer finden sich an jeder Grenze, doch dies war die Erste, bei der nicht einmal die Grenzguides wussten wo welcher Stempel zu holen ist.

So warteten wir bis die Fähre kam und entladen war. Dies ist ein recht eindrückliches Erlebnis. Als erstes Stürmen viele Behinderte (diese fahren gratis auf der Fähre hin und her und transportieren Waren) aus dem Hafengelände. Hinter den Behinderten kommen mit Peitschen bewaffnete Grenzer und treiben die Ganze Meute heraus. Danach wird das Boot entladen, natürlich von Hand. Junge Männer rennen mit unglaublicher Geschwindigkeit und bis zu 50kg Reissäcken auf dem Kopf aus dem Hafengelände. Schlussendlich kann dann die Fähre wieder Beladen werden und die Autos durften rauf fahren. Die Beamten waren nicht uniformiert, was das ganze nicht vereinfachte. Verschiedene Männer kamen und nahmen uns die Papiere ab. Jeder lief in eine andere Richtung davon, einer mit den Pässen der andere mit dem Carnet de passage. Mit Müh und Not gelang es Sarah den Überblick zu bewahren und aufzupassen, dass keines, der für uns sehr wichtigen Dokumente, verschwand. Die Überfahrt verlief verhältnismässig ruhig.

Demokratische Republik Congo DRC 13.Mai. 2009

Angekommen auf der anderen Seite, ging's ruppig weiter.Wieder Stürmten zuerst alle Behinderten von der Fähre, gefolgt von den Fahrzeugen. Plötzlich waren wieder einmal alle Papiere und Sarah weg. Sie behielt alle unsere Dokumente im Auge und stürzte sich mutig ins Getümmel. Eigentlich verlief dann die DRC Seite sehr gesittet, wenn auch langsam. Mit Spannung warteten wir ab, ob die Grenzer Williams Verschiffungsquitung "fressen" würden, als einer der Beamten zum Telefon griff und das Büro verliess bekamen wir es kurzzeitig mit der Angst zu tun. Doch erstaunlicherweise funktionierte der Bluff ;o)

Der Letzte Grenzakt bestand dann darin, dass ein weissgekittelter Mitarbeiter des kongolesischen Gesundheitsministeriums uns weismachen wollte, dass unsere Autos desinfiziert werden müssen. Schliesslich könnten wir ja ausländische, oder gar Europäische Krankheiten und Seuchen ins Land einschleppen. 80 US Dollar pro Fahrzeug sollte uns der Spass kosten. Nach einigen Diskussionen konnten wir den Preis dann auf 40 US Dollar herunterhandeln. Und so besprühte ein Gesundheitsministeriumsangestelter den Tchova. Was unter strengster Aufsicht von Sarah geschah. Sie genoss es sichtlich ihn auf jede, noch so winzige, vergessene Stelle Aufmerksam zu machen. Als dann Williams Auto an der Reihe war fragte uns ein Gesundheitler ob jemand Asthmatiker sei, was auf Will zutraf. Hmm, dann sei es wohl besser, das Auto nicht zu desinfizieren, da das Mittel Asthmaanfälle auslösen kann. Da die Desinfektion schon bezahlt war gestaltete sich eine Diskussion über den Preis schwierig. Anscheinend reicht es aus, eine Desinfektion zu bezahlen um Krankheiten abzutöten.

Völlig müde aber glücklich, die Grenze hinter uns zu haben fuhren wir zu einer Mission (diesmal protestantisch).

IMGP1871 Noch rasch den Reifendruck überprüfen...

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von William und Hannah. sie wollten noch am gleichen Tag nach Matadi und ihr Angola Visum beantragen. Wir hatten uns für den Grenzübergang eine kleinere grenze ausgesucht und waren etwas weniger unter Zeitdruck. So ging's gemütlich weiter Richtung Angola.

IMGP1878 In einer kleinen Mission übernachteten wir kurz vor der Grenze. Mühsame kleine neugierige Besucher hatten wir.

Angola 15.Mai 2009

Die Raserei Beginnt! Weil: in fünf Tagen die ca. 2000 km von Nord nach Süd zu fahren

Regen, welchen wir wirklich nicht genossen, machte uns ein bisschen zu schaffen. Weil wir durch den Regen zwischen den Grenzhäuschen rumlaufen mussten und somit nass wurden, schenkte uns ein angolanischer Zöllner einen Regenschirm. Bedruckt mit dem Präsidenten und der Flagge Angolas. Wieder auf der Strasse, wenn man das so nennen kann, rutschten wir mehr als dass wir fuhren, da der Schlamm hier so lehmig war. Die Reifen waren völlig verklebt, wenn man ausstieg wurden die Füsse so schwer vom Lehm, dass man richtig arbeiten musste um zu gehen. Vereinzelt blieben Einheimische stecken, wenn wir konnten halfen wir mit Ziehen oder Stossen. Fast hätte es uns an einem Hang um die eigene Achse gedreht, Flo konnte den Tchova grade noch zurück auf die Spur bringen. Mit Herzklopfen fuhren wir weiter bis Tomboco. Hier übernachteten wir, wie könnte es anders sein, bei einer Mission ;o).

Wir wussten von Kim und Tanja, dass die Strasse an der Küste, wenigstens nach Luanda, sehr gut sein soll. fuhren wir am nächsten Tag so weit wie es ging Richtung Küste. mit ziemlich blanken Nerven, die Strasse war miserabel, hielten wir abends bei einem Steinbruch kurz vor Caxito und fragten, ob wir die Nacht auf dem Gelände verbringen dürfen. Die Wächter mussten zuerst einmal den Chef rufen um zu fragen. Der freundliche Portugiese (Manuel) erlaubte uns die Nacht beim Steinbruch zu verbringen und lud uns sogar zum Znacht ein. Eine Warme Dusche in einem Woncontainer gab's auch!

IMGP1885Sogar auf Pisten gab's Schlaglöcher mit Autoradtiefe

Wir wussten, dass die 5 Tage Transit durch Angola nur möglich sind, falls man in Luanda im Verkehrstau nicht schon einen ganzen Tag verplämpert. Manuel erklärte uns, dass es durchaus möglich ist, den ganzen Tag mit Luandatransit zu verbringen.

Wieder einmal hatten wir Glück. Am sehr frühen Sonntag morgen (wir standen um 5:00 Uhr auf) fuhren wir durch Luanda und brauchten dafür, auch Dank Sarahs Navigationskunst lediglich anderthalb Stunden.

Weiter ging's auf wunderbaren Strassen, die Raserei war ein Jammer. Angola war landschaftlich wunderschön. Von den Leuten bekamen wir so nicht viel mit, leider. Aber alle, mit denen wir kurz sprechen konnten waren freundlich, zuvorkommend und witzig.

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Nach viereinhalb Tagen und über 2000 km hatte der Stress ein Ende. Wir standen an der namibischen Grenze! Namibia, gelobtes Overlanderland, hier gibt^s wieder alles im überfluss. Oft war Namibia ein Anker der Hoffnung, nach Tagen im Schlamm, Steckenbleiben usw... sagten wir uns oft: "Namibia, da wird alles einfach". Wir waren also sehr gespannt auf dieses Land. 

 

Namibia 20.Mai 2009

Erste Station: Supermarkt, noch vor dem Schlafplatz suchen! Dieses Angebot überforderte uns. Vier verschiedene Sorten Klopapier, für welches sollte man sich da bloss entscheiden??? Wir kauften keine. :-)

Auf einem gemütlichen Campingplatz mit heiss Wasser ruhten wir uns ein bisschen aus. Putzten das Auto, innen. Das heisst alles ausräumen und so. Die Wäschen gaben wir zum Waschen, welch ein Luxus! Internet gibt`s auch!

Nur der Reiseführer, hmm... So viel gibt's zu sehen in Namibia, dass die Entscheidung echt fast unmöglich ist. So fuhren wir mal Richtung Entosha Nationalpark.

Im Etosha Nationalpark verbrachten wir zwei schöne Tage und eine sauteure Nacht auf einem Camping innerhalb des Parks (60 CHF für zwei Personen und das Auto). Trotzdem gönnten wir uns diesen Plausch und genossen die Tage und sahen haufenweise Tiere:

IMG_0043 Springbock

IMG_0163 Impala

IMG_0173 Zebras

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und sogarIMG_0204 Löwen, die ein Wasserloch bewachten

 

Nach Etosha ging's weiter südwestlich Richtung Küste und nun sitzen wir hier im Brandberg Restcamp. Es gibt warme Duschen, Swimmingpool, Trinkwasser aus dem Hahn, wifi, ...

Namibia ist Perfekt, manchmal schon etwas zu perfekt... Africa for beginners hat mal jemand gesagt und er hat recht ;o)

PS.: gerade hat uns Iris ein SMS geschrieben. Sie kommt uns in Südafrika besuchen :o) Freude herrscht!

Bis zum nächsten mal also.

Abraço grande Sarah, Flo und Tchova

Samstag, 11. April 2009

Yaounde 11.04.2009

Hallihallo ihr Lieben

Bis Lome habt ihr uns letztes Mal verfolgt, und seitdem ist einiges geschehen. Mittlerweile sind wir in Kamerun angekommen und spuehren die ersten Vorboten der Regenzeit. Aber wie immer erst mal der Reihe nach.

In Lome genossen wir einige Tage bei chez Alice, mit Schweizer Kueche, Fondue Burgingnon und Roesti…

Auch Nic und Ant haben wir in Lome wieder getroffen, doch die beiden waren etwas in Panik wegen der Regenzeit und einem sehr beruechtigten Strassenabschnitt zwischen Nigeria und Kamerun, wo anscheinen Leute schon 6 Tage fuer 80 km gebraucht haben. Sie wollten deshalb so schnell wie moeglich weiter, um noch vor dem grossen Regen durch zukommen. Wir blieben noch einige Tage und trafen hier auch Julien und Pioter, zwei Velofahrer auf der Westroute. Mit ihnen hatten wir eine unterhaltsame Zeit, mit feinen Znachts und Spielen, wie: „wer bin ich“

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Nun ja, wir merkten bald, dass wenn man zu lange an ein und demselben Ort bleibt, man beginnt sich zu viele Gedanken zu machen. Wie: alleine durch Nigeria fahren…, die Regenzeit in Kamerun… na ja, irgendwann mussten wir einfach los, um nicht einzurosten und in Bewegung zu bleiben. Weiter gings also, noch etwas Togo besuchen.

Am ersten Tag machten wir einen winzigen Abstecher zum Lac Togo. Ca. 30 km oestlich, nur um wieder etwas Strassenluft zu schnuppern. Dort verbrachten wir eine Nacht auf einem etwas teuren Camping, aber fuer die idyllische Landschaft hat sichs allemal gelohnt.

Gleich am naechsten Tag gings weiter Richtung Norden zum Mont Klouto. Nicht der hoechste Berg von Togo, aber trotzdem sehr schoen und vor allem schoen frisch in der Nacht!

Als wir die gewundene Strasse zum Mont Kloutu hochfuhren erlebten wir unseren ersten inoffiziellen Roadblock. Zwei Jungs hatten die Strasse mit einer Liane gesperrt und verlangten Wegzoll fuer die Schlagloecher, die sie angeblich ausgebessert haben ;o). Schlagloecher gabs haufenweise, aber ausgebessert war keines. Unser Obolus bestand dann aus zwei Golfbaellen, die wir noch von Robert hatten (danke Robert) … und alle waren gluecklich :o)

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Der erste inoffizielle Roadblock unserer Reise

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Tchova auf der Spitze des Mont Klouto

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WC gabs leider keins ;o)

Wir verbrachten zwei erholsame Naechte auf dem Berg und vertrieben uns die Zeit mit Waeschewaschen und ausruhen. Ersteres gestaltete sich als etwas schwierig, da wir zum ersten Mal seit Beginn unserer Reise, Teaglich Regenschauer hatten. So mussten wir die Kleider zum Trocknen unter unserem Tarp aufhaengen.

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Nach erfolgreicher, zweitaegiger Trocknung unserer Kleider fuhren wir weiter Richtung Norden nach Badou, wo es Laut Reisefuehrer einen wunderschoenen Wasserfall zu betrachten gibt.

Wir hatten schon in Lome gehoert, dass die Hauptverbindung zwischen Kpalime (beim Mont Klotou) und Badou in miserablem Zustand ist und dass es eine Alternativroute durch die Togolesischen Berge gibt (Natuerlich Piste!).

Wir entschieden uns dann, genau diese Piste zu nehmen und konnten so eine Fahrt durch malerische Landschaften geniessen. Zwar waren die ersten 15 km der Piste sehr anspruchsvoll und schlecht, doch danach wandelte sich die Strasse zu einer regelrechten Naturautobahn.

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In Badou selbst campierten wir auf dem Gelaende des einzigen Hotels und hatten schon bald die ganze Dorfschule um unser Auto herum. Und wieder einmal spielten wir Fernseher fuer alle Kinder des Dorfes ;o)

Eine kleine Gitarrenlektion fuer einen der Schueler half jedoch bald, das Eis zu brechen und etwas Respekt und Privatsphaere (fuer ca 10 min) zu gewinnen:o)

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Wie immer, wenn es eine touristische Attraktion in der Naehe eines Ortes gibt, finden sich schon bei der Ankunft (auch wenn der Weg zur Attraktion noch mehrere km ist) zahlreiche, zum Teil selbst ernannte Guides, die einem die Wunder der Umgebung zeigen wollen. Wir entschieden uns jedoch selbst in das 12 km entfernte Akloa (wo die Wasserfaelle sind) zu fahren und uns vor Ort einen Guide zu nehmen. Dieser Entscheid erwies sich als grosser Glueckstreffer. In Akloa, einem wahrscheinlich 50-100 Sehlenkaff fanden wir sogar eine kleine Auberge. Gefuehrt von einem aelteren Ehepaar (ohne Kinder) nach der stuendigen Wanderung zum Wasserfall checkten wir in der Auberge ein und verbrachten einen spannenden Nachmittag mit den Hosts und Angestellten. Erzaehlten von der Schweiz, zeigten Bilder und lauschten den Geschichten ueber togolesische Traditionen.

Wir kamen am Ende zu Schluss, dass das togolesische Hochland und die Schweiz sehr aehnlich sind :o)

An beiden Orten gibt es Berge, die Temperaturen sind frisch und sogar in Togo gibt es traditionelle Ringkaempfe unter jungen Maennern (Schwinge)! Leider waren wir etwas zu frueh dran, die traditionellen Ringkaempfe von Togo zu bestaunen…

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Togolesisches Schwinge (Bild aus dem Internet)

Am Abend kochten wir dann fuer die Besitzer der Auberge, und alle anderen, die Lust hatten ein Schweizergemuesecurry zu probieren. Den meisten hats so halbwegs gemundet anderen gar nicht ;o) (zum Glueck, denn wir hatten ja auch Hunger ;o))

Hier noch einige Eindruecke zum Wasserfall, weswegen wir ja eigentlich nach Akloa gefahren sind:

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Der Weg zum Wasserfall, zum Teil gar nicht so einfach…

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…aber lohnenswert!

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Am naechsten Morgen packten wir gemuetlich zusammen und machten uns bereit fuer die Weiterreise. Der Besitzer der Auberge kam noch auf einen kleinen Abschiedsschwatz vorbei und ueberraschte uns mit einem Geldgeschenk von ca. (umgerechnet) 100 Euro. Natuerlich wollten wir dieses Geld nicht annehmen. Doch wir merkten bald, dass ihn ein zurueckweisen des Geschenks sehr gekraenkt haette. So tauschten wir im Gegenzug (echte) E-Mailadressen aus (naeheres zu echt und unecht dann im Abschnitt ueber Nigeria) und verabschiedeten uns mit einem ernstgemeinten Versprechen uns bei ihm zu melden und ihn ueber unsere Reise auf dem Laufenden zu halten.

Weiter gings dann also ueber Atakpame nach Kara, wo wir 3 Tage auf das Gueltigkeitsdatum unseres Beninvisums warteten.

Hier noch einige Togo-Highlights:

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Togolesische Stapelkunst

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Der Vodoo-Markt in Lome

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Blinder Passagier

BENIN:

Oh weh, zu Benin gibt eigenlich wenig zu erzaehlen. Wir sind, bis auf eine Uebernachtung in Nikki, kurz vor der Nigerianischen Grenze, durchgefahren.

NIGERIA:

Das wohl beruechtigste Land unter Afrikafahrern!!!

Einige Stichworte gefaellig:

- Inoffizielle (von Banditen erstellte) Strassensperren

- Bewaffnete Raubueberfaelle auf alles, was sich bewegt

- Polizeischikanen alle 100 Meter

- Leichen am Strassenrand

- „blos nie Anhalten!!“

Na ja, wir wussten, dass viele dieser Horrorgeschichten einen wahren Kern enthalten und fuer manche Regionen in Nigeria sicherlich zutreffen. Wir wussten jedoch auch, dass die Route durch „Zentralnigeria“, die wir gewaehlt hatten zu den sicheren gehoert. Etwas mulmig war uns dennoch, als wir zum nigerianischen Grenzposten kamen. Wir hatten uns schon auf stundenlange Diskussionen mit Zoellnern und Migrationsbeamten eingestellt, mussten jedoch feststellen, der Grenzuebertritt zu einem der Angenehmsten unserer bisherigen Reise gehoerte :o) sehr freundliche, hilfsbereite und korrekte Beamte. Sogar unser laisez passer (Zollpapier fuer das Auto) wurde vom Zoellner zweimal ausgefuellt, da er das erste Exemplar verkehrt herum abgestempelt hatte. Schliesslich half er uns noch einen guten Wechselkurs mit dem Geldwechsler zu vereinbaren…

Wir sagten uns nach dieser Erfahrung: „Der erste Eindruck zaehlt“ und fuhren, fast ohne Bammel, weiter Richtung Osten. Eigentlich wollten wir in einem kleinen Nationalpark uebernachten. Doch die Piste dorthin war so schlecht, dass wir uns fuer einen Umweg entschieden. Leider fuehrte dieser Umweg ueber eine der Hauptverkehrsverbindungen im Land. Und so wurden wir Opfer der unzaehligen Polizeikontrollen. Sage und schreibe 12 Kontrollen innerhalb von 50 km war unser Rekord! Doch jeder dieser Stopps verlief sehr korrekt und freundlich, manchmal endete er auch mit einer Plauderei ueber unsere Reise. Nur wenige Beamte fragten uns: „was bringt ihr fuer Officer XXX? Ich bin Officer XXX“ ;o)

Mit einem: “ich bringe ihnen meine Freundschaft, mein Laecheln und einen kraeftigen Haendedruck.“ liessen sich die meisten abspeisen.

Fuer alle, die sich fragen, wie so eine Strassensperre aussieht: wir konnten und wollten keine Fotos machen, man muss sein Schicksahl ja nicht immer herausfordern ;o)

Nun, man stelle sich zwei leere Oelfasser auf jeder Strassenseite vor. Dazwischen ein mit Naegeln gespicktes Brett (auf der Strasse natuerlich, so, dass keine Chance fuer eine Durchfahrt besteht) und meist einen kleinen Bretterverschlag auf der einen Strassenseite. Die Kontrolle laeuft dann so ab: langsam werden (2ter Gang, ca 20 km/h), den Typen, der einem raus winkt schon mal vorsichtshalber angrinsen und salutieren, Fenster, falls nicht schon offen, runter kurbeln, noch mehr grinsen und gleich die Hand zum Gruss hinstrecken. Dann das verlangte Dokument (nur ja nicht zu hektisch) hervorkramen, aussteigen und zum Bretterverschlag wandern. Auch hier wieder alle freundlich angrinsen. Meist sitzt der Chef im Schatten und falls Strom vorhanden ist, direkt neben einem Ventilator. Alle Fragen freundlich ueber sich ergehen lassen. Manchmal nochmals zurueck zum Auto, weil man ein Dokument vergessen hat.

Wie gesagt, die Kontrollen waren oft Zeitintensiv, meist jedoch auch witzig. Alle hielten uns fuer wahnsinnig! Wie kommt man nur auf die Idee durch Afrika zu reisen. Und das in einem Auto ohne Klimaanlage.

Eine Klimaanlage haben wir uns auch manches Mal gewuenscht! Es begann naemlich richtig heiss zu werden. Die halbwegs angenehmen 30 – 35 °C von Togo waren nun nicht mehr! Tagsueber kletterte das Thermometer auf ueber 40 °C.

Die erste Nach in Nigeria verbrachten wir deshalb, von der langen Fahrt schon ziemlich geschlaucht, in einem Hotel (Zimmer mit KLIMA!) in Igboho.

Unser Plan fuer Nigeria war es, so schnell wie moeglich nach Abuja ,der neuen Hauptstadt, zu fahren. Hier sind alle, fuer uns relevanten Botschaften vertreten. Und theoretisch kann man hier alle Visas fuer die Weiterreise besorgen.

Also brachen wir frueh morgens auf und machten uns auf den Weg Richtung Abuja. Eigentlich hatten wir noch einen Zwischenstopp vor Abuja geplant, da wir aber sehr gut unterwegs waren, schaften wir die ca. 650 km an einem Tag.

Was fuer eine Fahrt! Wieder etliche Polizeikontrollen, Schlaglochstrassen, Gegenwind, und kurzzeitig sogar Regen. Und zu allem Uebel brachen wir unseren eisernen Vorsatz: „nie Nachts, vor allem nie Nachts in Nigeria Autofahren“.

Gegen 21.00 Uhr, in tiefer Nacht, erreichten wir dann das Sheraton Hotel in Abuja. Nein, wir koennen uns kein Zimmer im teuersten Hotel Abujas leisten ;o) der Parkplatz hinter dem Hotelgelaende ist unter Overlandern (Afrikafahrern) jedoch ein bekannter Uebernachtungsort. Hier darf man gratis stehen und wird geduldet. So lange man den Zahlenden Gaesten nicht in die Quere kommt ;o).

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Unser Stehplatz beim Sheraton

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Es gibt sicherlich romantischere Plaetze um zu uebernachten, als auf einem Betonplatz eines 5 Sternehotels bei dem eine Stunde Internet ca. 30 CHF und ein Tag im Swimingpool 20 CHF kosten. Auch die Freiluftdusche (Am Pool) wo wir uns unter den Augen anderer (bezahlender) Gaeste, in Badehose oder Bikini wuschen, machte eine Intiemwaesche etwas schwierig ;o) wir fanden jedoch bald heraus, dass man vor 6.00 Uhr morgens ziemlich ungestoert ist…

Aber was soll man machen… wir wollten so viele Visas wie moeglich besorgen und so blieb uns nichts anderes uebrig, als in dieser schweineteuren Diplomaten- und Oelscheichstadt, bei bis zu 46 °C, zwischen den Sheraton-Generatoren und einer Dicht befahrenen Hauptstrasse zu verweilen.

Man muss jedoch sagen, dass wir fuer viele Hotelgaeste und Angestellte eine grosse Attraktion waren einige etliche kamen zu uns, fragten uns aus und waren sehr interessiert und freundlich.

Einschub ueber Falsche Emailadressen:

In unserer Zeit in Nigeria fanden wir bald heraus, dass die Leute sehr neugierig sind. Und anscheinend gehoert es zum guten Ton, Freunde in Europa zu haben. Oft wurden wir nach unseren Adressen, Telefonnummern und E-Mails gefragt. Und genau so oft wurden uns irgendwelche Zettel mit Adressen, Telefonnummern oder E-Mails, zum Beweis eines Kontaktes zu einem Europaeer unter die Nase gehalten.

Sehr hartnaeckige Leute bestanden auf einen Kontaktaustausch und liessen uns erst in Ruhe, als sie wenigsten eine E-Mail-Adresse von uns erhielten.

Ihr kennt sicherlich alle die Mails aus Nigeria, wo man aufgefordert wird, seine Bankdaten preiszugeben und damit einen Haufen Geld gewinnen kann. Auch in den Reisefuehrern wird oft von Elektronischen Betruegereien gewarnt.

Aus diesem Grund gaben wir den meisten Leuten eine falsche, oder Uralte E-Mail-Adresse an.

Weiter mit Abuja:

Wie bereits erwaehnt ist Abuja die neue Hauptstadt von Nigeria. Sie wurde auf dem Reissbrett entworfen und beherbergt alles was Rang und Nahmen hat. Dementsprechend Teuer ist die Stadt (Schweizer Preise im Supermarkt). Doch leider sassen wir fest in dieser Diplomaten-, Oelmulti- und Reicheleutestadt weil wir Visas fuer die Weiterreise benoetigten. Wir schafften 3 Visas, Kamerun, Angola und Congo. Wobei das muehsamste Angola war!

Auf der Angola Botschaft hatten wir jedoch ein sehr schoenes Erlebniss. Im Warteraum trafen wir einen Freundlichen Nigerianer, Mister Ogbolu. Auch er ist im Oelgeschaeft taetig und musste irgendwelche Wahren in Luanda begutachten. Not schweisst zusammen und wir haben mit ihm ueber die schwierigkeiten, ein Angolavisum zu bekommen lamentiert.

schliesslich fanden wir heraus, dass auch er im Shareton abgestiegen ist. eine etwas peinliche Situation entstand, als Flo, ganz spontan sagte: "oh was fuer ein Zufall, wir sind auch im Shareton." Dass wir jedoch beim Shareton campen war etwas schwierig zu erklaeren ;o)

Mister Ogbolu war jedoch keineswegs empoert, im gegenteil. Er war aeusserst interessiert an unserer Reise und wollte alles wissen. Schliesslich fuhren wir in seinem Firmenwagen zurueck ins Shareton und wurden sogar zum Mittagessen eingeladen. Ala carte, so viel wie man essen kan. Leider entschieden wir uns die Nigerianische Kueche auszuprobieren. Bis auf die Huenerpfeffersuppe war alles sehr gewoehnungsbeduerftig und wir assen nur wehnig ;o(

Dennoch waren wir sehr dankbar fuer das Essen und das erstaunliche Erlebnis, waehrend einer Transafrika in einem 5 Sternehotel essen zu duerfen :o)

(Mister Ogbolu hat unsere echte E-Mail erhalten ;o))

Nach 4 Tagen waren wir zum Glueck nicht mehr alleine. Pioter und Julien, die beiden Velofahrer trafen eines Nachmittags auf dem schoenen Sheratonbetonparkplatz ein. Und schon einen Tag spaeter traf auch ein Belgisches Paar (Gert und Veerle), in einem Landrover, in Abuja ein. Die beiden wollten bis Kamerun, und dann ueber Niger und Algerien zurueck nach Belgien.

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Gert und Veerle

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Waeschewaschen

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Shareton Gruppenfoto (vlnr.: Pioter, Flo, Gert, Veerle und Julien, Sarah macht das Foto;o))

Nach 10 Tagen Abuja hatten wir die erwaehnten Visas beisammen und vor allem die Schnauze voll von dieser Stadt. Gluecklicherweise hatten auch Gert und Veerle am gleichen Tag alle benoetigten Visas beisammen und wir entschlossen uns, die beruechtigte und schlechteste Piste (der Welt), von Nigeria nach Kamerun unter die Raeder zu nehmen.

Auch ueber diesen Streckenabschnitt existieren einige Horrorgeschichten wie: 6 Tage fuer 80 km, steckenbleiben in der Regenzeit, Absaufen des Autos in Bodenlosen Schlammloechern, usw.

Wir waren deshalb sehr froh, die Strecke nicht alleine meistern zu muessen. Doch naeheres zu der Schlammschlacht zwischen Ekok und Mamfe im Abschnitt ueber Kamerun ;o)

Gemuetlich gings dann, nach 10 Tagen Abuja weiter Richtung Kamerun.

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Mittagspause unseres kleinen Konvois

Nach einer Uebernachtung in Makurdi fuhren wir zur Obudu Cattle Ranch. Was sich als wirklich lohnenswerter Ausflug entpuppte. Die Ranch war ein riesiges Touri und Tagungs-Resort auf einem ca 1500 m hohen Berg. Eine der Schweiz ebenbuertige Serpentinenstrasse fuehrte den Berg hoch und mit jedem Meter sank die Temperatur spuerbar. Auf dem Bergkamm fanden wir dann die Ranch. „Oh weh“, war unsere erste Reaktion, „dies schaut etwas zu nobel aus fuer uns!“

Als wir dann die Preise an der Rezeption bestaunten war unsere anfaenglich gute Stimmung ziemlich im Keller. Doch nach einigen Erklaerungen und Geschichten zu unserer Reise durften wir GRATIS am Rande der Anlage Campen.

Koennt ihr euch vorstellen, dass man bei 18 °C so richtig friert? Wir mussten feststellen, dass dies durchaus moeglich ist und kramten unsere Schlafsaecke und Pullis aus den untersten Kisten hervor ;o)

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Eingangstor zur Obudu Cattle Ranch

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Camp im Morgennebel

Nach einer schoen kalten Nacht gings am naechsten Morgen weiter. Einmal uebernachteten wir noch in Nigeria, in Ikom (ca. 50 km vor der Grenze).

Highlights Nigeria:

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Nigerianische Bananestapelkunst (Bild by Gert)

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Mittagspause am Strassenrand (La Vache qui rit, Sardinen, Buechsenfleisch, Avocado und Englisches Suesstoastbrot, HERRLICH!!!) ;o)

Nach einer relativ unproblematischen Grenze gings dann auf den beruechtigten Strassenabschnitt zwischen Ekok und Mamfe. Auf die Frage ueber den Strassenzustand hatten die Grenzbeamten nur gegrinst und gesagt: „ nun, die letzten 3 Tage hat’s nicht geregnet, also solltet ihr schon durchkommen…“

Anfangs war die Piste in einem sehr guten Zustand und wir entschlossen uns sogar fuer eine Mittagspause.

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Herrliche Sandwiches (das herrlich ist uebrigens ernst gemeint)

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Schaut doch gar nicht so schlimm aus, im Gegenteil!

Doch nach wenigen Kilometern stand schon der erste „abgelegene“ LKW im Weg und wir merkten langsam, dass es wahrscheinlich noch dicker kommt. Und es kam dicker!

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Noch alles im gruenen

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Mann beachte das Schlammloch links!

 

Oft halfen wir einheimischen, die liegengeblieben oder eingesunken waren. Diese Leute bewaeltigen die Strecke sogar mit gewoehnlichen (hoehergelegten) PKW. Aber manchmal brauchen auch sie Hilfe ;o)

Am Abend hatten wir dann den schlimmsten Teil der Strecke hinter uns und uebernachteten bei der Gendarmarie eines winzigen Kaffs.

Der Rest der Strecke nach war in einigermassen gutem Zustand und wir erreichten schon kurz nach Mittag die Teerstrasse in Mamfe.

Eigentlich wollten wir hier nur unsere Vorraete aufstocken und dann gleich weiter Richtung Buea am Mount Cameroun. Doch in Mamfe trafen wir Harm, einen Holaender, der sich in Bamako ein Motorrad gekauft hat (kleine 125ccm, chinesisches Fabrikat und Imitation einer Honda) und mit diesem bis ans Kap will. Gert und Veerle hatten Harm schon in Ghana kennengelernt und nach einigen HALLO’s und Ekok-Mamfe-Strasse-Geschichtten entschieden wir uns in Mamfe zu uebernachten und am naechsten Tag im Dreierkonvoi weiterzufahren.

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Harm…

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… und sein Toeffli

Weiter ging's also zu dritt (bzw. zu fuenft) Richtung Mount Cameroun

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Durch malerische Landschaften ueber meist sehr gute Pisten und durch kleine Doerfer. Die Kinder begruessten uns immer mit: “ white man, white man, give me pen!“ und dies in so einstudierter art, dass wir uns fragten, ob sie das in der Schule lernen!? ;o)

Als wir einen Rastplatz fuer den Zmittag suchten, geschah es. Durch den Regen, war der Rand der Piste so aufgeweicht, das Flo unseren lieben Tchova kurzzeitig eingrub. Doch mit Hilfe von Gert (und leider muss ich gestehen, einem Landrover ;o)) konnten wir unser Auto sehr schnell wieder bergen.

Welch eine Schmach fuer jeden Toyotafahrer ;o)

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Und was haben wir gelernt? "Fahre nie zu nahe an den Rand einer Piste, vor allem nicht waehrend der Regenzeit!"

 

Flott gings danach wieder weiter mit einer Uebernachtung in Nguti und schon bald sahen wir die Auslaeufer des Mount Cameroun.

Eigentlich wollten wir uns hier nur etwas ausruhen, ev. Waesche waschen und ins Internet gehen. Doch schlussendlich blieben wir 4 Tage in Buea beim Presbiterianischen Guestthouse, am Fusse des hoechsten Berges von Kamerun (4100 m).

Der einzige, der sich durchringen konnte den Berg zu besteigen war Harm. und er schaffte dies in unglaublichen 2 Tagen. Wir anderen machten uns einige sorgen um Harm, denn die Regenzeit hatte wirklich begonnen. Und Punkt 4 Uhr, jeden Tag, goss es fuer etwas 2 Stunden wie aus Kuebeln!

Wieder mussten wir unsere Schlafsaecke hervor suchen um die wirklich sehr kalten 18 - 20 °C auszuhalten. Und zweimal fluechteten wir vor dem Regen in die Lounge des Guesthouses.

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Unser Camp am Fusse des Mount Cameroun

 

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Fruehstueck

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Schnell alles einpacken, der Regen kommt!!!

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Gottseidank haben wir ein Tarp

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Sarah hat sich warm eingepackt ;o)

Harms Ausruestung laesst etwas zu wuenschen uebrig. Da er nie geplant hatte, so lange zu reisen und zwischendurch zu campen, musste er sich in Mali ein Zelt kaufen. Auch ein chinesisches Produkt, welches (wahrscheinlich zu Belueftungszwecken) ein Fenster im Dach hat ;o)

Also gaenzlich ungeeignet fuer Regen. Auch er war froh ueber unsere Plane, mit der wir wenigstens den groebsten Regen fernhalten konnten.

Irgendwann mussten wir ans weiterfahren denken, da wir in Yaounde  noch 2 Visas Besorgen muessen. Und hier sind wir nun.

Sitzen wieder einmal in einer Grossstadt fest und warten auf Visas ,Gabun und Demokratische Republik Congo (DRC) fehlen uns noch.

Wenigstens haben wir einen super Platz gefunden. In einem christlichen Guesthouse. Die Dusche und das WC sind super sauber und es gibt sogar WYFI!!!

 

Vorgestern haben uns Gert und Veerle verlassen :o(

Gerts Tante arbeitet in Batouri, einem kleinen Dorf im Osten Kameruns. Diese wollen sie noch besuchen gehen und dann schon bald wieder Richtung Norden, ueber Niger, Algerien und Tunesien, zurueck nach Belgien.

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Gruppenfoto unseres kleinen Konvois (vlnr.: Gert, Harm, Veerle, Sarah und Flo. Diesmal mit Selbstausloeser;o))

 

Also Ihr Leiben, haltet die Ohren steiff und drueckt uns die Daumen fuer die Visabeschaffungen und vor allem fuer Kongo. Anscheinend sind da die Strassen aehnlich wie EKOK-MAMFE!

Liebe Gruesse aus dem Regnerischen Kamerun

Sarah und Flo

Mittwoch, 25. Februar 2009

Lomé (Togo) Chez Allice

25.02.09 Lomé (Togo) Chez Allice

Hallihallo ihr,

Nun denn, hier ein Weiterer Eintrag in unseren Blog. Das letzte Mal, habt Ihr uns bis zum Beyin Beach Resort in Ghana Verfolgt, wo Daniel Seine Malaria erfolgreich auskuriert hat.
Nach etwa einem Monat Ghana war es nun Zeit, ans Weiterreisen zu denken und wir haben uns eines schoenen Morgens aufgemacht, richtung Togo.
Bei einem kleinen Zwischenstopp im Green Turtle (zwei Uebernachtungen) haben wir ein cooles Englisch zimbabweanisches Paar (Er Englaender) getroffen und vereinbart, dass wir ev. zusammen durch Nigeria fahren. Danach ging’s nach Takoradi, wo wir unseren Fahrzeugen eine schon lang verdiente Autowaesche goennten:

Tchova in der Waesche (so sauber war er nicht mal vor unserer Abreise ;o)
Noch am selben Tag fuhren wir weiter Richtung Accra , liessen uns aber nicht von einem kurzen Stopp in Cape Cost (alte Sklavenhandelsstadt) mit Besuch des Forts und Abstecher in den Nationalpark abhalten. Wieder ein Dschungelpark, aber mit einem sehr eindruecklichen Canopy-Walk (Haengebruecken in den hoechsten Baumkronen des Urwalds)

Die alte Festung…



… wurde gut verteidigt!



Auf dem Canopy-Walk im Nationalpark



saumaessig hoch!!!

Nach einer Uebernachtung im Hans Cottage Botel fuhren wir weiter nach Accra. Phu, Accra war fuer uns der Inbegriff einer haesslichen afrikanischen Grossstadt! Viel Dreck, wahnsinnig viele Menschen, unbegreifliche Strassenregeln, …
Und zu allem Uebel mussten wir einige Tage in Accra bleiben, um das beruechtigterweise fast unbekommbare Nigeriavisum zu organisieren!
Die Ankunft in Accra war mit einiges an Stress, Verfahren, nach dem Weg fragen und nochmals Verfahren verbunden. Doch schliesslich schafften wir es ein schoenes Guesthouse, etwas ausserhalb der Stadt zu finden. Von hier aus unternahmen wir insgesamt 3 Ausfluege zur Nigerianischen High Commission.
1. Tag: Es wurde uns mitgeteilt, welche Kopien der Botschafter braucht, um uns das Visum zu geben. Diese Liste beinhaltete so ziemlich jedes Dokument, welches wir dabei haben. Natuerlich in doppelter ausfuehrung! (Pass, Ghanavisum, Carnet de Passage, Fahrzeugausweis, Fuehrerausweis (national und international), usw…)
Noch am gleichen Tag machten wir alle Kopien und versuchten auf 14.00 Uhr nochmals die Botschaft aufzusuchen. Dies scheiterte jedoch klaeglich an einem leeren Taxitank! Nach stehenbleiben mitten auf der Kreuzung fuhr uns der liebe Taxifahrer (13.50 Uhr), unter der Versicherung, dass es nicht mehr weit sei, zur Virgin-Nigeria-Airline! Wodurch Flo einen ganz winzig kleinen Ausraster hatte ;o)
2. Tag: Wir schafften es dann mit all unseren Kopien zur Botschaft und wurden prompt bedient (durch die vielen Kopien uebersah der gute Botschaftsangestellte, dass wir keinen, von ihm verlangten Versicherungsnachweis fuer unser Auto hatten). Was uns zum Schluss brachte, dass die ganze Kopiererei reine Schikane war!
3. Tag: Endlich hielten wir, nach einer Stunde Wartezeit aufgrund Computerausfalls, ein sauteures (86 US pP) Nigeria Visum in den Haenden!
Wir erfuhren erst im Chez Allice, in Togo, dass Accra wahrscheinlich die einzige Hauptstadt mit nigerianischer Botschaft ist, die Visas ohne Einladungsschreiben vergibt. Das schwierigste am Visakriegen fuer uns war Taxifahren. Alles andere nur Zeitintensiv.

Nach der ganzen Visumsgeschichte hatten wir definitiv genug von der Grassstadt und sind zusammen mit Daniel und Robert, die die ganze Zeit fuer Waeschewaschen, Alobartpflegen und Afromoebel einkaufen verplaemperleten, weiter Richtung Togo.
Der Grenzuebertritt war im wahrsten Sinne des Wortes eine Grenzerfahrung. Schon in dunkler Nacht standen wir inmitten des Gewusels, wurden von allen Seiten bequatscht und rumkommandiert. Irgendwann gibt man sich in sein Schicksal und versucht die Situation gelassen, oder wie immer, mit einem Laecheln zu meistern. Dies gelang uns nach einer kurzen „komm-runter-Phase“ auch ganz gut und nach ca. 2 Stunden waren wir in Togo.
Nach einer naechtlichen Fahrt durch Lomé standen wir vor dem Chez Allice, einem kleinen gemuetlichen Campement welches von einer sehr eindruecklichen Schweizerin (Allice) gefuehrt wird, die seit 30 Jahren in Togo lebt.
Hier hatten wir dann auch unseren definitiven Abschied von Daniel, Robert und Alobart. Etwas traurig sind wir schon, die Zeit mit den Beiden war super!
Wir bleiben nun einige Tage in Lomé, erledigen Dinge wie Waeschewaschen, Visumverlaengern, Tchovapflegen, Dieselfiltersuchen usw.
Danach schauen wir uns Togo noch etwas genauer an und hoffen, dass wir Ant und Nici wieder treffen um das beruechtigte Nigeria zusammen zu durchfahren.

Alles Liebe
Sarah und Flo

Beyin Beach Resort (Ghana) 10.02.2009

Liebe(r) Leser(in), nun folg endlich wieder einmal ein Update.

Mittlerweile sind wir in Ghana angekommen und haben einiges erlebt, aber wie immer erst mal der Reihe nach!
Also, letztes Mal haben wir unseren Update erfolgreich in Bobo aufgegeben. Nach einigen Tagen aufenthalt in dieser schoenen Stadt haben einen Ausflug nach Tengeréla, einem winzigen Kaff, ca. 70 km Suedwestlich von Bobo gemacht. Weil es da, nach unserem Reisefuehrer einen schoenen See mit Flusspferden gibt.
Und siehe da, bei einem wunderschoenen Bootsausflug auf einem idyllischen See haben Daniel, Robert und Flo (Sarah fuehlte sich nicht so gut) auch eine Bescheidene Anzahl besagter Dickhaeuter gesehen. Sehr eindrueklich die Fiecher aus etwa 20 m naehe zu sehen, vor allem wenn man bedenkt, dass mehr Leute in Afrika von Hypos getoetet, als von Krokodilen gefressen werden ;o)


Camping in Tengeréla


Pirogenfahrt auf dem Lac de Tengeréla


Fischer


...


Hypos


...

Nach einer Uebernachtung auf einem sehr einfachen Campingplatz und der Morgentlichen Hypobesichtigungstour wollten wir weiter im Touri-Pflichtprogramm noch die beruemten Wasserfaelle in der Naehe anschauen gehen.

Aus Faulheit, wollten wir die direkte Piste zu den Wasserfaellen nehmen, anstatt den einfacheren Weg ueber die Hauptstrasse (mittelgrosser Umweg). Dies stellte sich jedoch fuer Alobart als ziemlich unmoeglich heraus, da die Piste extrem schmal und zum Teil ueber sehr unvertrauenserweckende ;o) Bruecken fuehrte. Daniel und Flo sind dann im Tchova weitergefahren, Sarah und Robert fuhren zurueck nach Banfora, einem groesseren Ort an der Hauptstrasse, in welchem es sogar ein kleines Restaurant namens MC Donald gibt (der Burger ist nicht ueberragend, aber das Pfeffersteak sehr zu empfehlen!)
Voll Tourimaessig haben Daniel und Flo dann die Wasserfall-Ein-Stundentour gemacht, ein paar Bildchen geschossen und sind zurueckgeduest um die Andern zu treffen.



Wasserfaelle von unten


und von oben

...
Rein, Raus, zurueck… Nach den Wasserfaellen haben wir uns dann wieder mit Sarah und Robert getroffen und sind zurueck Richtung Bobo und weiter nach Ouaga.
Auf halber Strecke nach Ouaga haben wir unser Buschcamp aufgeschlagen. Sarah ging’s mittlerweile ziemlich schlecht und Flo hatte langsam schiss, dass es eine Malaria ist.
Also sind wir bei der Ankunft in Ouaga (wieder bei der katholischen Mission) in eine Klinik gefahren um Sarah auf Malaria zu testen…
Zum Glueck war’s „nur“ ein Virus…
Die restliche Zeit in Ouaga haben wir mit Ghanavisum besorgen, einkaufen und sonstigen Reisealltagsbeschaeftigungen verbracht.
Von Ouaga giengs dann direckt an die Grenze zu Ghana.
Und hier hatten wir unsere erste wirklich muehsame Grenze!:
Robert hatt fuer Alobart kein Carnet de Passage (int. Zollpapier) dies hat die ghanaischen Zoellner ziemlich ueberfordert. Erst hiess es: „ohne Carnet, keine Einreise moeglich“, dann: „sie muessen eine Versicherung finden, die ihnen eine Buergschaft, fuer den Fall, dass sie das Auto in Ghana unverzollt verkaufen, ausstellt“.
Wo mann denn so eine Versicherung findet?... „ da hinten gibt’s ein Buero…“
Nach langem hin und her, inklusive einer Uebernachtung im Burkina-Ghanaischen-Niemandland (hatten feine Spaghetti Bolognese zum Znacht) fand Robert dann doch noch eine Versicherung, die ihm eine Pseudobuergschaft ausstellte.
Man merke: „in Afrika gibt’s fuer alles eine Loesung, auch wenn’s offiziell keine gibt. Einziges Kriterium ist Zeit, Geduld und immer ein Laecheln auf den Lippen :o) „
Passend, ein Zitat von Reto Braunschweiler: „man kann auch mit einem Laecheln die Zaehne zeigen“ (diese Einstellung hat uns zwischenzeitlich sehr geholfen, danke Reto. ;o) )
Endlich fix und fertig mit der ghanaischen Zollbuerokratie sind wir weiter nach Tamale einer groesseren Stadt im Norden Ghanas. Konnten dort in einem Katholischen Guesthouse stehen und haben uns zwecks Dusche und WC zu viert ein Zimmer genommen.
Sarah hatte noch immer mit dem Virus zu kaempfen und wir entschlossen uns dann, so schnell wie moeglich an die Kueste zu fahren. Viele Reisende, die wir unterwegs getroffen hatten, haben uns von einem wunderschoenen Campingplatz an der Kueste erzaehlt, dem Green Turtle Lodge. Und da wollten wir wie gesagt so schnell wie moeglich hin, um einige Tage Ferien zu machen.
Die Fahrt von Tamale an die Kueste war Landschaftlich sehr eindruecklich. Im Norden Ghanas Faehrt man hauptsaechlich durch Busch und Grasland und je weiter suedlich man kommt, desto mehr aendert sich die Vegetation Richtung Urwald. Dies macht es auch aeusserst schwierig ein Buschcamp aufzuschlagen, da man nie von der Hauptstrasse weg kann. Aus diesem Grund sahen wir uns gezwungen unseren Rastplatz, auf dem Weg zur Kueste an einer Tankstelle aufzuschlagen. Nicht das Romantischste was man sich vorstellen kann, aber schlussendlich war’s witzig. Hatten lustige Unterhaltungen mit dem Nachtwaechter, der keinen Schritt ohne seine abgesaegte Schrotflinte machte…
Am naechsten Tag sind wir dann in Dixcove, ein kleines Fischerdorf angekommen, von dem aus eine ziemlich holprige Piste, ca 10 km, zum Green Turtle Lodge fuehrt.
Uns wurde nicht zu viel versprochen, der Platz liegt einzigartig zwischen Palmen, direkt am Meer. Camping kostet da unglaublich guenstige 2 GHC (Ghana Cedis) pro Person, umgerechnet ca 2 CHF (Schweizerfranken ;o)). Das Essen ist hervorragend, vor allem die Pommes Frites und der Schwertfisch.
Nach einigen Tagen Erholung am Strand haben wir uns gemeinsam entschlossen, unsere Reisegemeinschaft (Alobart und Tchova) fuer eine gewisse Zeit aufzuloesen, um wiedermal etwas Zeit mit sich selbst und dem Reisepartner zu verbringen. Tchova blieb also weiter beim Green Turtle und Alobart fuhr mit Daniel und Robert weiter Richtung Dschungel-Nationalpark.
Das Green Turtle ist unter Overlandern echter Geheimtipp und man trifft immer wieder interessante Transafrikafahrer aller Kategorien. Vom super ausgebauten LKW, mit Dusche und WC, ueber einfache Toyota Fahrer (Tchova ;o)) bis hin zum Luxushylux (auch Toyota) von einem Paerchen aus Monaco.
Mit Patrick und Katharina (ebenfalls in einem Mercedes 911 unterwegs) haben wir uns sehr schnell angefreundet und auch einige Male zusammen gekocht. Fuer Sarah endlich wieder ne Frau zum quatschen! Was sie ausgiebig genoss!
Ein weiteres Highlight im Green Turtle ist, dass dieser Strand, alle Jahre von Meeresschildkroeten fuer die Eiablage besucht wird und Flo hatte eines fruehen Morgens sogar die Gelegenheit, den frisch geschluepften Schildkroeten bei ihrem gefaehrlichen Weg, vom Nest zurueck ins Meer, zu beobachten.Hier die schoensten Eindruecke vom Green Turtle:
Unser Platz zwischen Palmen
by night, mit Lagerfeuer
schluepfende Olive Ridley Turtles
...
schnell ins sichere Meer
...
Fischer beim Netz rausziehen
vlnr: Flo, Sarah, Katharina, Patrick, Robert
Nach gut 2 Wochen Entspannung im Green Turtle haben wir uns wieder mit Daniel getroffen, um zusammen nochmals (fuer Daniel) in den Dschungel, den Ankasa National Park zu gehen.
Als alter Dschungelkenner wollte uns Daniel eigentlich zeigen, wie man sich „leicht wie eine Gazelle“ im Dschungel bewegt. Leider wurde er gerade bei unserer Ankunft im Basiscamp krank! Wir vermuteten alle es sei eine Lebensmittelvergiftung, oder eine Magen-Darm-Grippe. Da ihm die ganze Zeit schlecht war. Sarah und Flo unternahmen deshalb zwei kleinere Touren durch den Dschungel und liessen Daniel sich ausruhen.
Folgend einige Eindruecke aus dem Urwald:
Camp im Basislager
Wanderung am Fluss entlang
Kampf durchs Dickicht
natuerlich entstandene Bambus-Kathedrale
Nunja, nach zwei Uebernachtungen im Urwald wurde Daniels zustand immer schlechter und wir sind etwas ueberstuerzt aufgebrochen, um ihn in ein Spital zu Bringen.
Die erste Klinik, bei der wir es versucht haben, hatte samstags geschlossen?!
Wir fanden dann, mehr oder weniger per Zufall ein Krankenhaus in einem kleinen Kaff an der Kueste, welches von Deutschen Aerztinnen geleitet wird (Dies haben wir aber erst spaeter herausgefunden). Wer schon in einem Afrikanischen Spital war kann sich in etwa vorstellen, wie lange es dauert, bis man endlich zu einem Arzt kommt… nach 3 Stunden Wartezeit, hin und her Gerenne stand dann die Diagnose fest: Malaria!
Robert war zu der Zeit noch im Green Turtle, kam aber sofort zu uns, als er unsere SMS ueber Daniels Zustand erhalten hatte.
Unser Patient musste ueber Nacht im Spital bleiben und erhielt 2 volle Infusionen Chinin. Am zweiten Tag wurde Daniel dann entlassen und wir sind dann zusammen ca. 16 km weiter nach Westen, wo es ein wunderschoenes Beachresort gibt. Hier haben wir fuer Daniel einen Bungalow gemietet, damit er sich schnell wieder erholen konnte.
Nundenn, bis zum naechsten Eintrag
Abraco grande
Sarah und Flo

Freitag, 9. Januar 2009

Bobo Dioulasso 09.12.2009

Bobo Dioulasso (Burkina Faso)
08.12.2009

Hallo Ihr Lieben Zuhause gebliebenen
Nun, Mangels einer guten Internetverbindung in Timbuktu folgt nun gleich der zweite Eintrag in unseren Blog. Mittlerweile sind wir schon in Bobo Dioulasso, in Burkina Faso. Aber wie immer, erst mal der Reihe nach!

Also nach Timbuktu, das wie schon erwaehnt nicht der absolute Brueller war sind wir weiter Richtung Dogon-Land. Wir wollen hier nicht auf die sehr spannende Geschichte der Dogon und der Telem eingehen. Wen’s interessiert, dem sei eine Stunde Googeln und ueber die Voelker lesen sehr ans Herz gelegt.
Da das Dogon-Land mittlerweile sehr touristisch ist, hatten wir auf der Reise ins Dogon-Zentrum (Sanga) einige Probleme, all die zum groessten Teil selbst ernannten Guides Abzuwimmeln.
Noetig ist so ein Guide schon, da man als Toubabu (Weisser) keine Chance hat in die Doerfer zu kommen. In Sanga haben dann nach einigem Ach und Krach einen guten Guide gefunden und mit diesem eine Tageswanderung in den Falaises (hmm, wie heisst den das auf Deutsch?!, unser Larousse meint Felsriff…) gemacht.Atemberaubende Landschaft hochinteressante Geschichten und Spannende Doerfer durften wir bestaunen. Hier einige Eindruecke:



die Falaise



Die Ebene unterhalb der Falaise


Telem Behausungen in der Felswand



Dogon-Dorf direkt an der Felswand
Kleiner Einschub:
Die Dogon sind so wie ich es verstanden habe im dritten Jahrhundert aus der Gegend suedlich von Bamako ausgewandert und haben sich im heutigen Dogonland niedergelassen. Dort war bereits ein Volk ansaessig, die Telem, welche hauptsaechlich von der Jagt lebten. Die Dogon (so sagte unser Dogon Fuehrer) haben bald festgestellt, dass mit jagen und sammeln keine 2 Voelker ernaehrt werden koennen und haben mit Landwirtschaft begonnen. Der Wald wurde gerodet und musste Feldern weichen, wodurch auch die Wildtiere (Man erinnere sich an die Lebensweise der Telem) auch verschwanden. Die Telem wollten ihre Lebendart nicht anpassen (so unser Fuehrer) und haben gemerkt, dass sie weg muessen….
Nun sind die Telem Behausungen, mitten in der Felswand groesstenteils leer, meisst darum, weil die Dogon ihre Toten in der alten Telembauten Bestatten…

Die Telem werden von den Dogon in Ehren gehalten, aber die Tatsache, dass ihre Bauten heute alle ausgepluendert sind (man findet immer Leute, die einem alte Telem Bronze Skulpturen verkaufen wollen) truebt das Bild etwas…
So, nun wieder ein par schoene Bilder:

Spitzdach = Speicher, der kleine fuer die Frau, der grosse fuer die Familie. Pro Frau (bis zu 4) ein Speicher



Palaverplatz (Schlichtungsort bei Streitigkeiten) die Bauhoehe ist etwa halbmannshoch. Grund: allfaellige Rivalen muessen sich als ersten Akt der Demut um den Palaverplatz zu betreten. (erste Stressbewaeltigung) Zudem verhindert die geringe Bauhoehe, dass sich Streithaelse einfach an die Gurgel gehen.


Seile werden aus Baobabfasern geflochten


Baobabstamm (nach „Seilfasergewinnung“) Die Baeume ueberleben!!!
Nach einigen Tagen ausspannen und der schoenen Wanderung sind wir dann weiter Richtung Burkina Faso.
Von den Falaises herunter fuehrt eine kleine, sehr steile Piste. Dieses Abenteuer wollten wir uns natuerlich nicht entgehen lassen.Sagt jedem Schweizer Hobby-Offroader, wenn er diese Piste ohne schweissnasse Haende und zum Teil zittrigem Gasfuss uebersteht, darf er seinen Stadtindianer-4x4 behalten;o)
Blick vom Hochplateau runter



Die Piste, leider auf dem Foto nicht soooo eindruecklich!
Nach der Bergpassage giengs weiter auf einer Sandigen Piste richtung Grenze zu Burkina Faso. Dabei haben wir einige kleine Dogondoerfer durch-, und auch umfahren, da der LKW unserer Freunde zum Teil nicht durchgepasst hat.
In Koro haben Wir dann die Ausreiseformalitaeten von Mali erledigt und dann im Zwischengrenzgebiet zu Burkina (ca 12 km langer Streifen) uebernachtet.
Die Einreise am 31.12.2008 in Burkina war unspektakulaer bis auf die Tatsache, dass wir nur ein 5-Tagesvisum bekommen haben. Dieses konnten wir aber in Ouagadougou relativ problemlos verlaengern.
In Ouaga angekommen wollten wir einen schoenen Campingplatz suchen (wir hatten uns einen ruhigen, schattigen Platz mit direktem Disco Anschluss fuer Silvester vorgestellt). Ein franzoesisches Paar (mit 3 Kindern), welches wir schon in Bamako getroffen hatten, gab uns dann den Tip, dass man in der Kathedrale von Ouaga, bei den Schwestern uebernachten kann. Als wir die Kathedrele dann endlich fanden, gabs bei den Schwestern keinen Platz mehr, nur bei den Bruedern. Und da wars nur halb so schoen…
Nunja, haben wir uns gedacht, im Reisefuehrer steht ein Camping, da koennten wir wenigstens Ramba-Zamba machen an Silvester. Also sind wir in der Daemmerung nochmals losgefahren und haben uns natuerlich hoffnungslos verfahren… mit Hilfe von 2 (mehr) oder weniger freundlichen Mofa-Fahrern fanden wir schliesslich den Camping, versteckt hinter einem Lastwagenparkplatz, direckt neben der groessten Hauptstrasse…
Wieder ein langes Hinn und Her… und wir sind doch wieder zurueck (zu den Bruedern halt) wo’s wenigstens ruhig war…
Beim rumfahren inOuaga haben wir dann auch folgenden Parkiervirtuosen gesehen ;o)

Nunja, Silvester haben wir auf der Suche nach einer Gemuetlichen Bar, oder bezahlbaren Disco ziemlich verpasst. Das Feuerwerk eines 5-sterne Hotels hat uns dann darauf hingewiesen, dass es Zeit zum „guaets Neus“ wuenschen ist. Nunja, heute Lachen wir drueber aber dort hatten wir beide etwas heimweh…In Ouaga haben wir relativ viel Zeit verbracht. Unser Dachzelt musste repariert werden (Riss in Plane und „Moskitoseitenaufklappabdeckteil“), unser Bergegurt wollte zum Zweiten Mal neu genaeht werden und Tchova lechzte nach einem Oelwechsel.
Sarah beim „Moskitoseitenaufklappabdeckteil naehen“
Nach 6 Naechten Ouagadoudou sind wir weiter nach Bobo Dioulasso. Nach einmal Wildcampen inmitten von Dichtem Busch sind wir dann in Bobo angekommen, obwohl die zweitgroesste Stadt von Burkina ist Bobo relativ ruhig und die Leute etwas gelassener und weniger aufdringlich wenn’s um Guiding oder Verkauf von Souvenirs geht.
Tchova machte uns auf dem Weg nach Bobo etwas sorgen: „Kuehlwasserinkontinenz“! Ein Lustiger Franzose (mit Schweizer-Feuerwehr-LKW unterwegs) hat uns einen Guten Mechaniker empfohlen. Dieser Hat mir dann vorgeschlagen, den ganzen Kuehler auszubauen um das allfaellige Leck zu finden. Gottseidank hat Flo dann die Sache nochmals selbst angeschaut und festgestellt, dass die akute Inkontinenz auf eine muede Kuehlerschlauch-Klemme zurueckzufuehren ist. Zweite klemme drauf, und gut ist… so hoffe ich zumindest :o)
So, wenn ihr das alles lest, haben wir in Bobo eine schnelle Internetverbindung gefunden ;o)
Haltet die Ohren Steif wuenscht uns Kuehlerdicht und bis zum naechsten MalSarah und Flo in Bobo